Tarifrunde 2016 - aktueller Überblick

Die Tarifrunde 2016 ist in vielen Branchen bereits abgeschlossen. Forderungen und bisherige Abschlüsse hier auf einen Blick (pdf). Mehr zu den Verhandlungen in den einzelnen Branchen auf dieser Seite.

Bankgewerbe

Bauhauptgewerbe

Chemische Industrie

Deutsche Bahn AG

Deutsche Telekom AG, Deutsche Telekom Servicegesellschaften

Druckindustrie

Holz und Kunststoff verarbeitende Industrie

Hotel- und Gaststättengewerbe

Metall- und Elektroindustrie

Nahrung-Genuss-Gaststätten

Öffentlicher Dienst, Bund und Gemeinden

Privates Verkehrsgewerbe

Süßwarenindustrie

Volkswagen AG



4,9 % mehr Gehalt bei einer Laufzeit von 12 Monaten fordert die Gewerkschaft ver.di für die Beschäftigten im Bankgewerbe (ohne Genossenschaftsbanken). Die Gehälter der übertariflich bezahlten Beschäftigten sollen entsprechend dynamisiert werden. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 80 €/Monat in jedem Ausbildungsjahr steigen. Der Gehaltstarifvertrag lief Ende April aus. Die 1. Verhandlungsrunde am 04.05.16 blieb ohne Ergebnis. Die Arbeitgeberseite legte kein Angebot vor und wies die ver.di-Forderungen zurück. Die 2. Verhandlungsrunde am 01.06. blieb ebenfalls ohne Ergebnis und Arbeitgeberangebot. Bundesweite Warnstreiks im Vorfeld der 3. Runde mit mehreren 1.000 Beschäftigten.
Erstes Arbeitgeberangebot in 3. Runde am 28.06.: nach 5 Nullmonaten 0,8/1,0/1,0 % ab 01.10.16/17/18, Laufzeit 36 Monate, Zurückweisung der geforderdeten Übernahmeregelung für Ausgebildete. Ver.di wies dieses Angebot als "Mogelpackung" zurück und weitete die Warnstreiks aus. Wiederum bundesweite Beteiligung von mehreren 1.000 ArbeitnehmerInnen vor der 4. Verhandlungsrunde am 12.07. Tarifeinigung: nach 5 Nullmonaten (Mai bis September) 1,5/1,1/1,1 % Erhöhung ab 01.10.16/01.01.18/01.11.18, Laufzeit 33 Monate bis 31.01.19. Erhöhung der Ausbildungsvergütungen (nach 5 Nullmonaten) um 50 €/Mon. in allen Ausbildungsjahren ab 01.10.16. Unveränderte Verlängerung des Altersteilzeit-TV, der Öffnungsklausel zur Beschäftigungssicherung (Verkürzung der AZ auf bis zu 31 Std./W.) und der Rahmenregelungen zu Langzeitkonten bis Ende 2019. In 2017 Verhandlungsaufnahme zur Erarbeitung eines Regelungsvorschlags für eine Reform des Entgeltsystems und im Februar 2017 Gesprächsaufnahme zu einem Ausbildungsgipfel mit dem Ziel der Erhöhung der Attraktivität der Ausbildung im Bankgewerbe.

Weitere Informationen zum Abschluss im Tarifpolitischen Monatsbericht Juli 2016.

5,9 % für 12 Monate fordert die IG BAU für die anstehende Tarifrunde im Bauhauptgewerbe. Dies beschloss die Bundestarifkommission am 16. 02.16. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 100 €/Mon. in jedem Ausbildungsjahr steigen. Zudem wird ein weiterer Angleichungsschritt für das Bundesgebiet Ost an das West-Niveau gefordert und auch dort die Einführung eines Mindestlohnes II. Die Lohn- und Gehaltstarifverträge laufen zum 30.04.16 aus. Der 24. und 31.12. sollen bei Zahlung der vollen Vergütung arbeitsfrei sein und die Unterkunftsregelung für weit vom Wohnort entfernte Baustellen soll verbessert werden. Die 1. Verhandlungsrunde am 15.03. blieb ebenso wie die 2. Runde am 05.04. ergebnislos. Das Arbeitgeberangebot in der 2. Runde sieht nach einem Nullmonat (Mai) Erhöhungen ab 01.06.16/17 von jeweils 1,3 % für den Westen und 2,0 % für den Osten mit einer Laufzeit von insgesamt 24 Monaten vor. Die IG BAU sieht dieses Angebot als Provokation.
In der 3. Verhandlungsrunde am 25./26.04. leicht verbessertes Angebot der Arbeitgeber: Erhöhungen von 1,3/1,8 % für den Westen und von 2,0/2,5 % für den Osten, jeweils ab 01.05.16/17, Laufzeit 24 Monate. Die IG BAU lehnte auch dieses Angebot als inakzeptabel ab. Tarifkompromiss in 4. Verhandlungsrunde am 17./18.05.16 erreicht: Lohn- und Gehaltserhöhungen von 2,4/2,2 % im Westen und Berlin-West und -Ost und 2,9/2,4 % im Osten, jeweils ab 01.05.16/17, Laufzeit 22 Monate bis 28.02.18. Zukünftige Bezahlung der Übernachtung bei weit vom Firmensitz entfernten Baustellen durch den Arbeitgeber sowie Zahlung einer Verpflegungspauschale von 24 €/Tag (Abweichung im einzelnen Betrieb auf bis zu 28 € möglich).

Diese Einigung wurde innerhalb der Erklärungsfrist (10.06.16) von den Arbeitgebern sowie der IG BAU angenommen und ist somit verbindlich.

Weitere Informationen zum Abschluss im Tarifpolitischen Monatsbericht Mai 2016.

Am 8. April beschloss der IG BCE-Hauptvorstand die Forderungsempfehlung für die Tarifrunde 2016 der Chemischen Industrie. Demnach sollen die Einkommen um 5,0 % bei einer Laufzeit von 12 Monaten steigen. Ein weiterer Eckpunkt ist die Fortführung und Weiterentwicklung der Regelungen zum Ausbildungsplatzniveau und Berufseinstieg. Die Empfehlung war die Grundlage für die Diskussionen in den rund 1.900 Betrieben. Die Ergebnisse wurden im Mai in den 11 Tarifbezirken zusammengeführt. Am 25. Mai hat die große Bundestarifkommission diese Forderung endgültig beschlossen.

Alle Verhandlungen in den regionalen Tarifgebieten blieben ergebnislos. Auch die erste Verhandlung auf Bundesebene am 14. Juni in Hannover wurde mangels Angebot der Arbeitgeber vertagt. Die Verhandlungen wurden am 22. und 23. Juni in Lahnstein fortgesetzt.

Abschluss am 23. Juni, u. a.: 3,0 % regional unterschiedlich ab 01.08., 01.09. bzw. 01.10.16, 2,3 % Stufenerhöhung ab 01.09., 01.10. bzw. 01.11.17, für Betriebe mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten Möglichkeit zur Verschiebung der Erhöhungen um bis zu 2 Monate, Laufzeit 24 Monate bis 31.07., 31.08. bzw. 30.09.18. Des weiteren verständigten sich die Tarifparteien auf eine Weiterentwicklung und einen Ausbau des Tarifvertrags Zukunft durch Ausbildung und Berufseinstieg.

Die EVG-Tarifkommission wird die Forderung für den zum 30.09.16 kündbaren Entgelttarifvertrag voraussichtlich am 28.09. beschließen. Vom 22.08. - 19.09. findet hierzu eine Mitgliederbefragung statt.

Kernforderungen der GDL:
4,0 %, Laufzeit 12 Monate, Verbesserungen der Entgeltstruktur für Lokomotivführer und Zugbegleiter, Vereinheitlichung und Erhöhung der Nacht-, Sonn- und Feiertagszulagen für das gesamte Zugpersonal, generelle Neugestaltung des Arbeitszeitsystems (endgültige Beschlussfassung bis September).

Am 8. Dezember beschloss die Große Tarifkommission des Bundesfachbereichs TK/IT bei ver.di die Forderungen für die Tarifrunde 2016: 5,0 %, eine Komponente zur überproportionalen Anhebung der unteren Gruppen, Laufzeit: 12 Monate, die Verlängerung des Ausschlusses betriebsbedingter Beendigungskündigungen und die Erhöhung der Ausbildungsvergütungen, der Vergütungen für dual Studierende sowie der Einmalprämie für Beschäftigte in der Einstiegsqualifizierung um jeweils 60 €. Die Tarifverträge sind zum 31.01.16 kündbar.

Der Verhandlungsauftakt am 24. Februar sowie die 2. Verhandlung am 9. März blieben ohne Ergebnis. Der Versuch der Arbeitgeber sachfremde Themen als Gegenforderungen in die Tarifrunde einzubringen, wurde von ver.di zurückgewiesen. In der 3. Verhandlungsrunde am 22. und 23. März legten die Arbeitgeber ein erstes Angebot vor: ein Nullmonat (Februar), 1,5/1,3 % ab 1. März diesen bzw. kommenden Jahres, Laufzeit 24 Monate bis 31.01.18. Die ver.di-Verhandlungskommission hat das Angebot als völlig unzureichend zurückgewiesen.

Einigung in der 4. Verhandlungsrunde am 12. und 13. April. Danach werden die Vergütungen nach zwei Nullmonaten (Februar und März) in den unteren Entgeltgruppen ab 1. April um 2,6 % angehoben, in den oberen um 2,2 %. Ab 01.04. kommenden Jahres erfolgt für alle Gruppen eine weitere Erhöhung um 2,1 %. Auszubildende und duale Studenten erhalten zu den gleichen Zeitpunkten eine Erhöhung um 35 und 25 €. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 24 Monaten und ist erstmals zum 31.01.18 kündbar. Des Weiteren verständigten sich die Tarifparteien auf  die Umstellung des Entgeltsystems der Deutschen Telekom AG auf Ver­gütungsbänder durch Übertragung der Bändersystematik und Entgelttabellen der Telekom Deutschland GmbH, auf die Verlängerung des Ausschlusses betriebsbedingter Beendigungskündigungen bis 31.12.18 sowie auf eine Prozessvereinbarung zur Harmonisierung und Standardisierung des Entgeltsystems auf Konzernebene. Die Tarifrunde wurde begleitet von Protest- und Warnstreikaktionen, an denen sich seit Mitte März mehrere zehntausend Beschäftigte beteiligten.

Weitere Informationen zum Abschluss im Tarifpolitischen Monatsbericht April 2016

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) geht mit der Forderung nach 5,0 Prozent mehr Lohn und Gehalt für die Arbeiter und Angestellten der Druckindustrie in die Tarifrunde 2016. Die Laufzeit soll 12 Monate betragen. Die Vergütungstarifverträge liefen Ende März aus. 

In der 1. Tarifverhandlung am 7. April  legte die Arbeitgeberseite noch kein Angebot vor. In der 2. Verhandlungsrunde am 3. Mai boten die Arbeitgeber eine Erhöhung von 1,2 % nach 2 Nullmonaten (April und Mai) bei einer Laufzeit von 18 Monaten bis September 2017 an. Ver.di wies dieses Angebot als nicht verhandlungsfähig zurück. Die 3. Verhandlungsrunde am 24. Mai brachte keine Annäherung. Seit Anfang Mai finden Warnstreiks und Protestaktionen statt. 

Am 13./14. Juni konnte in der 4. Verhandlungsrunde ein Ergebnis erzielt werden. Nach 3 Nullmonaten (April - Juni) steigen die Einkommen ab 01.07.16 um 2,0 %. Ab 01.08.17 erfolgt eine weitere Anhebung um 1,8 %. Die Laufzeit beträgt 29 Monate und endet am 31.08.18.

Die IG Metall fordert 5,0 % mehr Lohn und Gehalt für die Beschäftigten der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Außerdem strebt die IG Metall flächendeckend Tarifverträge zur Altersteilzeit an sowie - soweit noch nicht geregelt - Übernahmeregelungen für Ausgebildete. In den meisten regionalen Tarifbereichen laufen die Lohn-/Gehaltstarifverträge zum 31.12.15 aus. Erste Verhandlungen Mitte Dezember für Baden-Württemberg, Westfalen-Lippe und Niedersachsen-Bremen führten zu keinem Ergebnis. Hier werden die Verhandlungen Anfang Februar 2016 fortgesetzt. In der 2. Verhandlungsrunde in Baden-Württemberg legten die Arbeitgeber am 3. Februar ein erstes Angebot vor, dass nach 4 Nullmonaten zwei Erhöhungen von 1,2 bzw. 1,4 % ab 1.6.16 und 1.6.17 bei 28 Monaten Laufzeit vorsah. Die IG Metall lehnte das Angebot ab. Die Verhandlungen wurden von Warnstreiks begleitet. Die 2. Verhandlung am 10.  Februar für Westfalen-Lippe führte auch zu keinem Ergebnis. Die Arbeitgeber legten ein gleichlautendes Lohnangebot wie in Baden-Württemberg vor. Hier gehen die Verhandlungen Ende Februar weiter.

Erster Abschluss am 23.02. für Baden-Württemberg: nach 4 Nullmonaten (Januar bis April), 2,0 % ab 01.05.16 und 1,7 % Stufenerhöhung ab 01.07.17 bei einer Laufzeit von 24 Monaten bis 31.12.17. Darüber hinaus wurde ein TV Demografie abgeschlossen, der ab 2017 auf betrieblicher Ebene Maßnahmen u. a. zu Altersteilzeit und Gesundheitsfürsorge ermöglicht. Der AG-Betrag für solche Maßnahmen beträgt 300 € pro Jahr und Arbeitnehmer. Für die Tarifgebiete Niedersachsen/Bremen, Westfalen-Lippe, Rheinland-Pfalz und Bayern wurde dieser Abschluss inhaltsgleich übernommen.

Weitere Informationen zum Abschluss im Tarifpolitischen Monatsbericht März 2016

Bereits im November 2015 beschloss die Tarifkommission der NGG die Forderungen für den zum 31. Januar 2016 kündbaren Entgelttarifvertrag für das Hotel- und Gaststättengewerbe Bayern. Monatlich 100 € mehr für alle ArbeitnehmerInnen sowie 75 € mehr pro Monat für alle Auszubildenden sind gefordert. In der ersten Verhandlungsrunde am 24.02. legte die Arbeitgeberseite kein Angebot vor. Einen Abschluss erzielten die Tarifvertragsparteien in der zweiten Verhandlungsrunde am 21.03. Nach 2 Nullmonaten (Februar und März) gibt es eine Pauschalzahlung in Höhe von 40 € für April (ohne Auszubildende), zum 01.05. steigen die Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 3,0 % gefolgt von einer Stufenerhöhung um 2,0 % zum 01.05.2017. Der Tarifvertrag gilt bis zum 30.04.2018.

Die regionalen Vergütungstarifverträge sind zum 31.03.16 gekündigt. Am 2. Februar beschloss der IG Metall-Vorstand für die weitere Diskussion einen Forderungsrahmen von 4,5 bis 5,0 % bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Der Beschluss der endgültigen Forderung erfolgte am 29. Februar: Erhöhung der Vergütungen um 5,0 % bei einer 12-monatigen Laufzeit. Damit folgte der IG Metall-Vorstand den Beschlüssen der Tarifkommissionen in den Bezirken vom 23. Februar. Des weiteren will die IG Metall die Tarifrunde nutzen, um die Tarifbindung zu erhöhen, indem sie Betriebe ohne Tarifbindung in dieser Tarifrunde verstärkt in die Tarifauseinandersetzung einbezieht.

Der Verhandlungsauftakt erfolgte am 9. März in Niedersachsen und endete, wie auch die nachfolgenden Verhandlungen der ersten Runde bis zum 22. März in Thüringen, ohne Ergebnis. Zu Beginn der 2. Verhandlungsrunde am 11. April in Nordrhein-Westfalen und Osnabrück-Emsland legten die Arbeitgeber ein erstes Angebot vor: 0,9 % ab 01.04.16, zzgl. 0,3 % nichttabellenwirksame Einmalzahlung, Laufzeit 12 Monate. Dieselbe Offerte machten die Arbeitgeber bis zum Ende der 2. Verhandlungsrunde am 18. April auch in den anderen Tarifgebieten. Die IG Metall hat das Angebot als Provokation zurückgewiesen und ein verhandlungsfähiges Angebot eingefordert. In der 3. Runde, die in nahezu allen Tarifgebieten am 28. April stattfand, legten die Arbeitgeber ein "Alternativangebot" vor, das bei einer Laufzeit von 24 Monaten u. a. eine zweistufige Erhöhung von insg. 2,1 % vorsah, zzgl. einer Einmalzahlung von 0,3 % für 12 Monate als sogenannte Wettbewerbskomponente. Darüber hinaus brachten sie eine Differenzierungsklausel mit der Möglichkeit der Abweichung vom Tarifergebnis für einzelne Unternehmen in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Lage ins Gespräch. Die IG Metall lehnte das Angebot ab. Die 4. Verhandlungsrunde in Nordrhein-Westfalen am 9. Mai brachte ebenfalls keine Einigung, jedoch erste punktuelle Annäherungen, sodass die Gespräche am 12. Mai in der 5. Runde fortgesetzt werden. Die ursprünglich für den 11. und 12. Mai angesetzten Verhandlungen in Baden-Württemberg und Bayern wurden daher auf den 13. Mai verlegt. Weitere Termine, u. a.: 13. Mai - Tarifbezirke der Mittelgruppe, 17. Mai - Niedersachsen, 20. Mai - Osnabrück/Emsland.

Die Tarifrunde wird von Tarifaktionen und Warnstreiks begleitet, an denen sich bis zum 11. Mai über 750.000 Beschäftigte aus gut 3.200 Betrieben beteiligten.

In der 5. Verhandlungsrunde in NRW einigten sich die Tarifparteien am 13.5. auf einen Pilotabschluss mit folgenden Bestandteilen: 150 € Pauschalzahlung für die Monate April bis Juni, anschließend eine Erhöhung der Tarifentgelte ab Juli um 2,8 % sowie eine weitere Anhebung um 2,0 % ab April 2017. Die gesamte Laufzeit beträgt 21 Monate bis Dezember 2017. Für die Einmalzahlung und die zweite Stufe der Entgelterhöhung wurde eine Differenzierungsklausel vereinbart, die es den Tarifvertragsparteien erlaubt, für verbandsgebundene Betriebe in wirtschaftlichen Schwierigkeiten eine Verschiebung der Entgelterhöhung vorzunehmen. Übernahme des Ergebnisses in den anderen Tarifgebieten unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten. 

Weitere Informationen zum Abschluss im Tarifpolitischen Monatsbericht Mai 2016

 

Weitere Informationen: Übersicht über die Tarifrunden 2000 - 2015.

Für die Tarifrunde 2016 hat der Hauptvorstand der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) eine tarifpolitische Empfehlung beschlossen, nach der die Entgelte und Ausbildungsvergütungen in der Lebensmittelindustrie, im Lebensmittelhandwerk sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe um 4,5 bis 5,5 % im Jahr 2016 steigen sollen, bei einer Laufzeit der Tarifverträge von 12 Monaten.
Darüber hinaus soll der demografische Wandel in den NGG-Branchen auch tarifvertraglich gestaltet werden.

In weiteren Schritten will die NGG Vereinbarungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Gesundheit abschließen, damit die Beschäftigten gesund die Regelaltersrente erreichen, gleitende Übergänge in die Rente vor allem für besonders belastete Beschäftigte tarifvertraglich regeln und für junge Menschen eine sichere Perspektive durch eine qualifizierte Berufsausbildung sichern. Darüber hinaus wolle man die Übernahme nach der Ausbildung in Tarifverträgen festzurren.

Die ver.di-Tarifkommission für den öffentlichen Dienst, Bund und Gemeinden, gab am 18. Februar die Forderungen für die diesjährige Tarifrunde bekannt. Die Entgelttarifverträge sollen um 6,0 % (Ausz.: 100 €/Mon. in allen Ausbildungsjahren) mit einer Laufzeit von 12 Monaten erhöht werden.  Die Verträge liefen zum 29.02.16 aus. Ferner wird die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten sowie der Verzicht auf sachgrundlose Befristungen von Arbeitsverträgen gefordert. Ver.di erklärte, dass ein Eingriff in das Leistungsrecht der betrieblichen Altersversorgung angesichts des sinkenden Rentenniveaus nicht in Frage käme. Die 1. Verhandlungsrunde am 21.03.16 blieb ohne Ergebnis. Die Tarifvertragsparteien tauschten sich ohne Annäherung aus, die Arbeitgeber (VKA) hielten an einem Eingriff in das Leistungsrecht der betrieblichen Altersversorgung fest.
Erstes Arbeitgeberangebot in 2. Runde am 11./12.04. u. a.: nach 3 Nullmonaten 1,0 % ab 01.07., 2,0 % Stufenerhöhung ab 01.07.17, Laufzeit 24 Monate bis Februar 2018; keine Leistungskürzung der Zusatzversorgung (VKA), jedoch Zusatzbeiträge der ArbeitnehmerInnen, für den Bund Übernahme der Länder-Regelung. Ver.di nannte dieses Angebot pure Provokation, da es einen Reallohnverlust bedeute und rief zu weiteren Warnstreiks auf, an denen sich bis zur 3. Verhandlungsrunde am 28./29.04. ca. 100.000 Beschäftigte beteiligten.

Tarifeinigung in dieser Runde u. a.: 2,4 % ab 01.03.16, 2,35 % Stufenerhöhung ab 01.02.17 (Ausz. 35 bzw. 30 €/Mon. in allen Ausbildungsjahren zum jeweils gleichen Datum), Laufzeit 24 Monate bis 28.02.18; Verlängerung des Altersteilzeit-TV und der Regelung zur Übernahme der Ausgebildeten um jeweils 2 Jahre; 50 €/Jahr Lernmittelzuschuss für Auszubildende und Übernahme der Unterbringungskosten bei auswärtigem Berufsschulbesuch; Vereinbarung einer neuen Entgeltordnung zum 01.01.17 für die Gemeinden und damit finanzielle Aufwertung vieler Berufe, hälftige Kompensierung dieser Mehrkosten durch Einfrieren der Sonderzahlung für 3 Jahre und Absenkung um 4 % in 2017; Abwehr eines Eingriffes in das Leistungsrecht der betrieblichen Altersversorgung, jedoch Einführung/Erhöhung von Beiträgen für Zusatzversorgungskassen mit anerkanntem Finanzierungsbedarf in drei Schritten auf dann 0,4 % ab 01.07.18 für die Gemeinden, für den Bund analoge Übernahme der Länder-Regelung.

Mit Ablauf der Erklärungsfrist am 31.05. teilte ver.di mit, dass sich 78 % der Mitglieder für die Annahme des Tarifabschlusses ausgesprochen haben. Die Gremien der Arbeitgeber hatten dem Ergebnis bereits am Abschlusstag (29.04.) zugestimmt.

Weitere Informationen zum Abschluss im Tarifpolitischen Monatsbericht Mai 2016.

Die ver.di-Tarifkommission beschloss am 17.06. die Forderungen für das Private Verkehrsgewerbe Nordrhein-Westfalen: Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 5,0 % bei einer Laufzeit von 12 Monaten; weitere Anhebung der Löhne um 25/50/100/150 € mtl. ab 4./7./10./13. Beschäftigungsjahr; Aufwertung durch Höhergruppierungsmöglichkeiten der Tätigkeiten von Lagerarbeitern, Fachlageristen, Fachkräften für Lagerlogistik; 20 €/Mon. Arbeitgeberzuschuss zur Altersvorsorge.

Für die zum 31.12.2015 gekündigten Entgelte der Süßwarenindustrie Ost fordert die NGG-Tarifkommission eine Erhöhung von 6,0 % in einem Anschlußtarifvertrag mit einer Laufzeit von 12 Monaten.
In der ersten Verhandlungsrunde am 19.01.2016 konnte ein neuer Entgelttarifvertrag abgeschlossen werden. Die Einkommen steigen ab dem 01.01.2016 um 2,7 % und zum 01.01.2017 um weitere 2,4 %. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 24 Monaten bis zum 31.12.2017.

Weitere Informationen zum Abschluss im Tarifpolitischen Monatsbericht Januar/Februar 2016.

Am 23. Februar beschloss die IG Metall-Tarifkommission folgende Forderung: Erhöhung der Vergütungen um 5,0 % bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Des Weiteren erfolgte der Beschluss in der Tarifrunde u. a. auch Gespräche zur Verlängerung des Tarifvertrags über Altersteilzeit über den 31.12.16 hinaus aufzunehmen. Die Vergütungstarifverträge sind zum 31. Mai gekündigt.

Die ersten beiden Verhandlungen am 26. April und 2. Mai endeten ohne Ergebnis und Vorlage eines Angebots.

Abschluss am  20. Mai, u. a.: nach 3 Nullmonaten 2,8 % ab 01.09.16, 2,0 % Stufenerhöhung ab 01.08.17 (Verhandlungsverpflichtung im Juni 2017 mit der Möglichkeit der Umwandlung von Teilen der Erhöhung in Beiträge zur Altersvorsorge), Laufzeit 20 Monate bis zum 31.01.18; 200 € (Ausz. 100 €) arbeitgeberfinanzierter Rentenbaustein, zahlbar im Dezember 2016; Verlängerung der Altersteilzeit für die Jahrgänge 1967 und älter bis 31.12.22 mit unveränderten Konditionen jedoch 4 verschiedenen Modellen für die Altersteilzeitdauer; Verlängerung des Bezugszeitraums zur Berechnung der Ergebnisbeteiligung auf zwei Jahre.

Weitere Informationen zum Abschluss im Tarifpolitischen Monatsbericht Mai 2016.

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