Überblick über die Tarifrunde 2014

Die Tarifabschlüsse 2014 sahen in den meisten Branchen Tarifsteigerungen zwischen 2 und 4 Prozent vor. In den länger laufenden Abschlüssen, die auch Anhebungen für 2015 vorsehen, bewegen sich die Steigerungsraten für das kommende Jahr zwischen 1,0 und 3,3 Prozent. Wegen der niedrigen Preissteigerungen ergab sich ein spürbarer Anstieg der realen Tarifverdienste.

Bankgewerbe

Bauhauptgewerbe

Chemische Industrie

Deutsche Bahn AG

Deutsche Telekom AG

Druckindustrie

Eisen- und Stahlindustrie

Energiewirtschaft

Fleischwirtschaft

Holz und Kunststoff

Kautschukindustrie

Öffentlicher Dienst (Bund, Gemeinden)

Papierverarbeitung

Privater Transport und Verkehr

Textil- und Bekleidungsindustrie



Der Gehaltstarifvertrag lief Ende April aus. Ver.di fordert einen Sockelbetrag von 100 € plus weitere 3,5 %. Erste Verhandlung am 5.5. Kein Angebot in der 2. Runde am 27.5. Die Arbeitgeber forderten die Möglichkeit zu regelmäßiger Samstagarbeit für Beschäftigte aus allen Bereichen des Bankgeschäftes. Nächste Runde am 30.6. mit Tarifeinigung: 2 Nullmonate (Mai-Juni), Tarifanhebung um 2,4 % ab Juli, weitere 2,1 % ab Juli 2015, zusätzliche Einmalzahlung von 150 € im Jan. 2015, Laufzeit insg. 24 Monate bis April 2016. Keine Änderung der Regelungen zur Samstagsarbeit.

Die Lohn- und Gehaltstarifverträge laufen Ende April aus.  Am 20.2. beschließt die IG BAU eine Tarifforderung im Gesamtvolumen von 7 %. 1. Verhandlungsrunde am 6.3. ohne Angebot der Arbeitgeber. 2. Verhandlung am 17.3. ohne Angebot. Angebot der Arbeitgeber am 27.3.: 2 % ab Mai 2014, weitere 2 % ab Sept. 2015, Laufzeit von 30 Mon. bis Okt. 2016. IG BAU lehnt das als "Provokation" ab, nächster Termin am 5./6.5. mit folgender Einigung: Tariflohnsteigerung ab dem 1.6.2014 in Höhe von 3,1 und ab Juni 2015 in Höhe von 2,6 Prozent bei einem anfänglichen Nullmonat und einer Gesamtlaufzeit von 24 Monaten. Im Osten ein Angleichungsschritt der Ost- an die Westlöhne in Höhe von 0,7 Prozentpunkten. Erklärungsfrist bis 5.6.

Die IG BCE fordert eine Tariferhöhung von 5,5 % für 12 Monate, die Fortschreibung des Tarifabkommens "Zukunft durch Ausbildung" und Verbesserung der Übernahmesituation nach der Ausbildung. Die erste regional geführte Verhandlungsrunde im Dezember blieb ohne Ergebnis. 15.1.2014: Erste bundesweite Verhandlungsrunde ohne Angebot der Arbeitgeber. Nächster Verhandlungstermin am 4./5.2014 in Hannover. Abschluss am 5.2.: nach einem Nullmonat 3,7 % mehr Entgelt für 13 Monate. Gesamtlaufzeit: 14 Monate. In Unternehmen, die sich in gravierenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden, ist eine Verschiebung der Entgelterhöhung um maximal zwei Monate möglich. Regelungen zur Übernahme nach der Ausbildung.

Der Entgelt-TV lief zum 31. Juli aus. Die EVG fordert 6 %, mindestens
150 €
 monatlich. Weitere Forderungen sind, verschiedene Tätigkeitsgruppen/
Berufsbilder im Unternehmen weiterzuentwickeln, die rund 5.000 bei der EVG organisierten Lokführer sollen wieder unter die Tarifregelungen der EVG fallen. In der Auftaktverhandlung am 15.09.2014 konnten sich EVG und Deutsche Bahn AG auf einen Fahrplan für die weiteren Verhandlungen verständigen. Es werden Arbeitsgruppen zur Integration der bei der EVG organisierten Lokführer in das bestehende Tarifsystem der EVG sowie zur Überarbeitung der Funktionsgruppen und des Entgeltsystems gebildet. Die 2. Verhandlungsrunde am 22. Oktober blieb ergebnislos. In der Frage der Tarifzuständigkeit für die bei der EVG organisierten Lokführer gab es laut EVG eine deutliche Annäherung. Zur nächsten Verhandlungsrunde am 21. November erwartet die EVG ein Arbeitgeberangebot zur geforderten Entgelterhöhung mit sozialer Komponente. Spitzengespräch zwischen EVG, GDL und DB AG am 18.11.14 ist gescheitert. EVG weist das erste Angebot (Einmalzahlung statt Mindestbetrag) der Deutsche Bahn AG in der 3. Verhandlungsrunde am 21.11. als nicht verhandelbar zurück. Aufgrund des von Arbeitgeberseite kurzfristig vorgelegten Vorschlags für sehr umfangreiche und völlig veränderte tarifliche Strukturen werden die Verhandlungen unterbrochen und auf den 12. Dezember vertagt. Das weitere Vorgehen wird die EVG in den Gremien beraten. Die EVG-Tarifkommission tagt am 3. Dezember. Am 12.12. weist die EVG das Arbeitgeberangebot von 50 € mtl. als soziale Komponente sowie 5 % Entgelterhöhung bei einer Laufzeit von 29 Monaten in der 4. Verhandlungsrunde zurück. Als Erfolg wertet die EVG, dass der Arbeitgebervorschlag für ein neues Tarifsystem vom Tisch sei. Für die nächste Verhandlung am 14.1.2015 erwartet die EVG eine verbindliche Erklärung, dass ihre Abschlüsse auch für alle bei ihr organisierten EisenbahnerInnen gelten. EVG lehnt Angebot vom 17.12. über eine Einmalzahlung als unzureichend ab.

Fortsetzung: siehe Tarifrunde 2015

Die Verträge liefen Ende Januar 2014 aus. Ver.di fordert eine Tariferhöhung von 5,5 % für 12 Monate, eine überproportionale Anhebung der unteren Einkommen und einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen. Erste Verhandlungsrunde am 13.2. ohne Ergebnis. Verhandlung am 12./13.3. mit Arbeitgeberangebot von 3 % in 2 Schritten, Laufzeit von 2 Jahren. Warnstreiks von 22.000 Beschäftigten. Verhandlungen am 27.3. ohne Ergebnis. Einigung in den Verhandlungen am 8./9. 4.: Nach 2 Nullmonaten Anhebung der Tarife um 2,9 %, Beschäftigte in den höheren Entgeltgruppen erhalten 2,5 % mehr. Zum 1.2.2015 weitere 2,1 % für alle Beschäftigten. Laufzeit bis zum 31.1.2016.

Die Tarifverträge liefen Ende 2013 aus. Ver.di fordert 5,5 % mehr Lohn und Gehalt. 16.1.: Die 1. Verhandlungsrunde endete ohne konkretes Ergebnis.  11.2.:  Erstes Arbeitgeberangebot in 2. Verhandlungsrunde: für 2014 eine Einmalzahlung von 400 € und eine tabellenwirksame Erhöhung von 1,8 % ab Januar 2015. Verhandlungen am 12.3. ohne Annäherung. Verhandlungen am 20.3. ohne Annäherung. Die ver.di-Tarifkommission bewertete das Angebot am 1.4. als völlig inakzeptabel. 5. Verhandlungsrunde am 14./15.4. mit folgender Einigung: Nach 4 Nullmonaten 3 % mehr Lohn ab Mai, weitere 1 % ab April 2015, Laufzeit insgesamt 27 Monate bis März 2016.

Der Tarifvertrag für die nordwestdeutsche Stahlindustrie läuft Ende Mai aus. Die IG Metall fordert 5 % mehr Lohn, eine Verlängerung der Tarifverträge zur Altersteilzeit und zur Beschäftigungssicherung sowie tarifliche Regelungen für "faire Werkverträge". 1.Verhandlungsrunde am 4.6. ohne Angebot vertagt auf den 12.6. Auch in der 2. Runde kein Arbeitgeberangebot. 3. Runde am 30.6. ohne Ergebnis. Einigung nach Warnstreiks in der 4. Runde am 7.7.: 2,3 % ab Juli, weitere 1,7 % ab Mai 2015, Laufzeit 17 Monate bis Oktober 2015. Außerdem wurden Standards zur Einhaltung von Tarifverträgen und Arbeitszeiten bei Werkverträgen vereinbart.

Erster Tarifabschluss dieses Jahres bei E.ON. ver.di und die IG BCE haben am 14.2. für 25.000 Beschäftigte eine Tarifsteigerung von 2,4 % zum 1.2.2014 durchgesetzt, weitere 2,1 % zum 1.2.2015 um weitere 2,1 %. Laufzeit bis 31.1.2016.

Nach Verhandlungen am 22.10. und 17.12.2013 erfolgte der Abschluss eines Mindestlohntarifvertrags  am 13.1.: Von 7,75 €/Std. ab 1.7.2014 auf 8,75 €/Std. in Stufen bis 1.12.2016 bei einer Tarifvertragslaufzeit bis 31.12.2017.

IG Metall fordert 4,5 % für 12 Monate. Regionale Verträge laufen Ende April aus. Erste Verhandlung in Westfalen-Lippe am 7.4., Arbeitgeber wollen allenfalls Inflationsausgleich zahlen,  2. Runde am 13.5. ohne Angebot der Arbeitgeber, Einigung in der 3. Runde am 22./23.5. Ergebnis: 160 € Pauschale für Mai bis August, ab September 3 % Tariferhöhung, Gesamtlaufzeit 20 Monate bis Dezember 2015.

Die IG BCE fordert 5,5 % mehr Entgelt, einen Ausbau des Demografie-Tarifvertrages sowie Übernahmeregelungen für Auszubildende. Erste Runde am 20.5. ohne Angebot. 2. Runde am 24.6. mit Arbeitgeberangebot: 2,7 % ab 1.9.2014, weitere Erhöhung von 2,3 % ab 1.9.2015, Laufzeit von 28 Monaten bis zum 31.10.2016. Abschluss in 3. Runde am 7.7.: 1 Nullmonat, 3,3 % ab August 2014, weitere 2,8 % ab Sept. 2015, Laufzeit 23 Monate bis Mai 2016. Des weiteren u.a. Erhöhung des Urlaubsgeldes, Ausbau des Demografie-Tarifvertrages sowie Tarifvertrag für Dual-Studierende.

Die Verträge liefen Ende Februar aus. Die Gewerkschaft ver.di fordert für den öffentlichen Dienst (Bund und Gemeinden) eine Anhebung der Tarifentgelte um 100 € sowie eine prozentuale Steigerung um 3,5 %. Erste Verhandlungsrunde ist am 13.3. in Potsdam ohne Arbeitgeberangebot. Weitere Verhandlungstermine 20./21.3. und 31.3./1.4. Zwei bundesweite Warnstreikwellen. Einigung am 1.4. mit folgendem Inhalt: Tarifsteigerung um 3,0 % ab März 2014 (mind. 90 € im Monat), weitere 2,4 % ab März 2015, Laufzeit bis Ende Februar 2016.

Ver.di fordert für die knapp 68.000 Beschäftigten eine Erhöhung der Entgelte um 5,5 % ab 1. September. Ver.di lehnt AG-Angebot in 1. Runde am 28.8. ab: 4 Nullmonate, je 2 % ab 01/13 und 04/16, Laufzeit bis 02/17. 2. Runde am 17.9. ohne Ergebnis. Erste Warnstreiks ab 15.9. Ver.di lehnt neues AG-Angebot in 3. Runde am 1.10. ab: 3 Nullmonate, je 2 % ab 12/14 und 12/15, Laufzeit bis 08/16. Ver.di lehnt neues AG-Angebot in 3. Runde am 1.10. ab: 3 Nullmonate, je 2 % ab 12/14 und 12/15, Laufzeit bis 08/16.Abschluss in der 4. Runde am 30.10.: 3 Nullmonate, Tariferhöhung um 2,4 % ab 1.12.14 sowie um 2,6 % ab 1.11.15, Laufzeit: 26 Monate bis 31.10.16.

Tarifeinigung am 23.06.: Nach 1 Nullmonat 2,0 % mehr Lohn und Gehalt ab Juli 2014 und und weitere 3,2 % ab Juli 2015. Laufzeit von 27 Monaten bis zum 31. August 2016.  

Für die Textil- und Bekleidungsindustrie West fordert die IG Metall ab 1. November 5 %  mehr Lohn und Gehalt für 12 Monate. 30.9./16.10.: 1./2. Verhandlung ohne Ergebnis. Abschluss in der 3. Runde am 13.11.: 2 Nullmonate (November, Dezember), je 60 € Pauschale für Januar bis Mai 2015, Tabellenerhöhung um 60 € ab 1.6.15, weitere 2,4 % ab 1.6.16, Laufzeit: 27 Monate bis 31.1.17. Altersteilzeitvereinbarung, befristet vom 1.1.15 bis 31.1.17, für max. 2 % der Belegschaft.

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