WSI-Mitteilungen Ausgabe 01/2016

Andreas Nölke

Finanzialisierung als Kernproblem eines sozialen Europas


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WSI-Mitteilungen 1/2016, Seiten 41–48

Zusammenfassung

Seit mehr als drei Jahrzehnten charakterisiert zunehmende Finanzialisierung, also der wachsende Einfluss des Finanzsektors und dessen Funktionslogik, die europäische Wirtschaft. Dieser Prozess führt nicht nur zu wachsender ökonomischer Instabilität, sondern auch zu zunehmender sozialer Ungleichheit. Wesentliche Triebkraft der zunehmenden Finanzialisierung in Europa ist die Binnenmarktregulierung der EU, jüngst noch verstärkt durch die Euroeinführung und die Programme zur Eurostabilisierung. Die EU wäre potenziell die am besten geeignete Institution, um Finanzialisierung im Sinne eines sozialen Europas einzuhegen. Sowohl die rechtlichen Grundlagen als auch die politischen Kräfteverhältnisse in der EU lassen aber eher eine weitere Vertiefung der Finanzialisierung erwarten.

Abstract

For more than three decades increasing financialization i.e. the growing importance of the financial sector and its logic, has been shaping the European economy. This process has not only led to increasing economic instability, but also to increasing social inequality. An important driving force of financialization in Europe is the EU Common Market programme, recently supported by the introduction of the euro and the euro rescue activities. The EU is still potentially the most well-suited institution for limiting financialization, in the pursuit of a social Europe. However, both the legal foundation, as well as the political balance of power in the EU lead us to expect a further deepening of financialization and its social imbalance.


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