WSI-Mitteilungen Ausgabe 07/2015

Antje Blöcker

Industrielle Wertschöpfungsketten: Herausforderungen für das deutsche Industriemodell am Beispiel der Automobilindustrie


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WSI-Mitteilungen 7/2015, Seiten 534–541

Zusammenfassung

Die Automobilindustrie galt viele Jahre als Musterbeispiel für das deutsche Industriemodell. Wichtige Trends, die den Kernsektor nach der Jahrtausendwende kennzeichnen, haben sich nach der Krise 2008/2009 verstärkt. Im Zuge der Globalisierung kommt es zu einem Auseinanderdriften zwischen Inland und Ausland bei Beschäftigung und Produktion. Im Inland erhöht sich der Beschäftigungsdruck, da das bisherige Exportmodell in Zukunft an Grenzen stoßen wird. Neue Kostensenkungsprogramme haben seit 2014 den Preisdruck auf die Zulieferer verschärft. Entlang der Wertschöpfungsketten spaltet sich die Belegschaft in Stamm- und Randbeschäftigung. Arbeitnehmerüberlassung und Werkverträge werden stark ausgeweitet. Sollte sich die Elektromobilität durchsetzen, sind zudem Arbeitsplätze im Antriebsstrang gefährdet. Mit der Digitalisierung von Produkten und Prozessen müssen branchenfremde Akteure in die Wertschöpfungskette integriert werden. Diese Trends stellen besondere Anforderungen an eine arbeitsorientierte Industriepolitik.

Abstract

For years the automotive industry was the paradigm for the German industrial system. Key trends in this core sector speeded up in the years following the crisis 2008/2009. In the course of globalization there has been a growing gap between domestic and foreign production and employment. Inward pressure on employment is assumed to have risen because the existing mode of export is increasingly approaching its limits. Since 2014 new cost-cutting programmes have created rising pressure on suppliers. In all parts of the value chain the workforce has been divided into core and periphery. The hiring out of employees and temporary contracts has expanded significantly. Should electro mobility take a hold, new production lines will be on the agenda and will then threaten jobs in existing powertrains. The digitalization of production processes makes it necessary to integrate new actors into the value chain. These trends present specific challenges to work-oriented industrial policy.


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