WSI-Mitteilungen Ausgabe 05/2015

Jutta Höhne, Karin Schulze Buschoff

Die Arbeitsmarktintegration von Migranten und Migrantinnen in Deutschland. Ein Überblick nach Herkunftsländern und Generationen


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WSI-Mitteilungen 5/2015, Seiten 345–354

Zusammenfassung

Deutschland ist zu einem attraktiven Einwanderungsland geworden. Die öffentliche Aufmerksamkeit richtet sich derzeit vor allem auf Neuzuwanderer. Die übergroße Mehrheit der Bevölkerung mit Migrationshintergrund lebt jedoch schon seit über zehn Jahren in Deutschland oder ist hier geboren. Anliegen des Beitrags ist es, die Debatte um einen differenzierten Überblick über den Stand der Arbeitsmarktintegration zu ergänzen und dabei besonders benachteiligte Gruppen zu identifizieren. Aus Analysen mit dem Mikrozensus 2012 wird deutlich, dass Migranten der ersten und zweiten Generation schlechtere Arbeitsmarktchancen haben als Frauen und Männer ohne Migrationshintergrund, die ihnen in Bildung und weiteren Eigenschaften vergleichbar sind. Türkischstämmige Migranten und Zuwanderer aus anderen Drittstaaten haben besonders große Nachteile in Bezug auf Erwerbslosigkeit, beruflichen Status und prekäre Beschäftigung. Die Differenzen sind für EU-Binnenmigranten weniger ausgeprägt, für EU-Ost-Zuwanderer aber doch deutlich. Lediglich Zuwanderer aus West- und Nordeuropa sind nicht mehr und nicht weniger von Erwerbslosigkeit betroffen als Personen ohne Migrationshintergrund, erreichen gleichwertige berufliche Positionen und sind auch mit ähnlicher Wahrscheinlichkeit atypisch beschäftigt.

Abstract

In recent years, Germany has become a country attracting a large number of immigrants.. At present, public attention is mainly focused on new immigrants. The vast majority of migrants, however, has been living here for more than 10 years or belongs to the second generation. Therefore, the aim of this article is to complement the current debate by providing a detailed overview of labour market integration according to country of origin and generation, and seeking to identify the most disadvantaged groups of migrants. German census data from the year 2012 confirm, in general, that first and second generation immigrants have poorer job prospects than women and men without an immigrant background. Analyses account for levels of education, period of immigration, age and other relevant characteristics and reveal that disadvantages are most apparent for migrants of Turkish origin and migrants from other non-EU countries: This is especially true in terms of unemployment, occupational status and precarious employment. These disadvantages are less pronounced for migrants from within the EU, but nevertheless substantial for immigrants from the eastern European countries. Only immigrants from western and northern Europe are neither more nor less affected by unemployment than people without an immigrant background, achieve equivalent positions in the labour market and are as likely to have atypical jobs.


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