WSI-Mitteilungen Ausgabe 04/2015

Peter Ellguth, Susanne Kohaut

Tarifbindung und betriebliche Interessenvertretung: Ergebnisse aus dem IAB-Betriebspanel 2014


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WSI-Mitteilungen 4/2015, Seiten 290–297

Zusammenfassung

Der Beitrag stellt zunächst anhand der aktuellen Daten des IAB-Betriebspanels die Tarifbindung der Betriebe in ihrer Verteilung nach Branche und Betriebsgröße dar. Danach arbeiteten 2014 rund 53 % der westdeutschen und etwa 36 % der ostdeutschen Beschäftigten in Betrieben, die einem Branchentarif unterliegen. Seit 1996 hat die Flächentarifbindung in beiden Landesteilen eine deutlich rückläufige Tendenz, auch wenn die Entwicklung in jüngster Zeit weniger eindeutig verläuft. Für die betriebliche Ebene wird dann die Verbreitung sowohl von Betriebsräten als auch von betriebsspezifischen Mitarbeitervertretungen betrachtet. Es zeigt sich für Ostdeutschland mit 33 % der Beschäftigten in der Privatwirtschaft eine im Vergleich zum Vorjahr leicht abnehmende Reichweite der Mitbestimmung. In Westdeutschland wird mit 43 % der Vorjahreswert erreicht. Aber auch hier ist in der langen Sicht ein abnehmender Deckungsgrad zu konstatieren. Zu alternativen betrieblichen Vertretungsformen liegen Informationen seit 2004 vor. Diese Einrichtungen zeigen nicht annähernd die gleiche Stabilität, wie dies die Institution des Betriebsrats auszeichnet. In der gemeinsamen Betrachtung der betrieblichen und sektoralen Ebene der Interessenvertretung wird vor allem auf die ausgedehnten betrieblichen Vertretungslücken sowie die „weißen Flecken“ in der Tarif- und Mitbestimmungslandschaft“ hingewiesen.

Abstract

In this contribution we present the dispersion of collective bargaining agreements according to firm size and industries using the latest data from the IAB establishment panel. Accordingly, in 2014 about 53 % of the firms in West Germany and 36 % in East Germany were bound to collective agreements. From the beginning of data collecting in 1996 up to the present time coverage in both parts of Germany has been distinctly declining, even though the trend has been less clear-cut of late. Looking at plant level codetermination we find that coverage by works councils declined slightly in East Germany when compared to the previous year, with 33 % of the workforce in the private sector. At 43 % the level in West Germany remains the same as the previous year. However, in the long run a profound downward movement is also apparent here. Since 2004 data on alternative means of representation have been available. However, the alternative means of representation do not show anywhere near the level of stability as works councils. Examining both levels of employee participation together we draw attention to the extensive gaps in representation on the shop-floor and to the blank spots within the German collective agreement and codetermination landscape.

 


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