WSI-Mitteilungen Ausgabe 03/2014

Ursula Dallinger, Sebastian Fückel

Politische Grundlagen und Folgen von Dualisierungsprozessen: Eine politische Ökonomie der Hartz-Reformen


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WSI-Mitteilungen 3/2014, Seiten 182–191

Zusammenfassung

Der Beitrag schließt an die Debatte über die Ursachen und Folgen der institutionellen Dualisierung an, die die arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Reformen verschiedener europäischer Länder kennzeichnen. Auch die Arbeitsmarktreformen in Deutschland im Zuge der Hartz-Gesetze erzeugen eine Spaltung der sozialen Sicherung und der Arbeitsplatzqualität, die soziale Risiken einseitig auf Personen mit schwacher Arbeitsmarktposition verlagern. Der Beitrag erweitert diese Perspektive und versteht die Neuausrichtung der Arbeitsmarktpolitik als Teil eines generelleren Dualisierungsprozesses, dessen sozio-ökonomischen Grundlagen nachgegangen wird. Gezeigt wird, dass die langfristige Einkommensentwicklung, die primär die Position unterer, nicht aber mittlerer Einkommensgruppen erodieren ließ, die Interessen der Unter- und Mittelschicht auseinanderdividierte und politische Reformen mit dualisierenden Elementen förderte. Weiter lässt sich erkennen, dass sozialdemokratische Parteien ihre ideologische Position in die Mitte des Links-Rechts-Spektrums verlagerten, was deren stärkere Orientierung an den Interessen der wahlentscheidenden Mittelschicht belegt. In einem dritten Schritt werden die Folgen der Dualisierung für das politische Verhalten der In- bzw. Outsider untersucht und deren Wahlverhalten vor und nach Umsetzung der Arbeitsmarktreformen verglichen.

Abstract

This article contributes to the debate about the causes and consequences of institutional dualization that characterises recent labour market reforms in European countries. The “Hartz”-reforms in Germany helped to improve job flexibility but the costs of these policies were not distributed equally among labour-market participants. We argue that the changes in labour-market policies are part of a broader process of dualization that is due to changes in income distribution and a political reorientation of social democratic parties. Our findings suggest that labour-market reforms such as the implementation of the “Hartz”-packages were possible because of a growing income inequality that worsened the status of those with low incomes but did not erode the status of middle-income groups. Also an ideological shift of social democratic parties toward the middle-income groups, which are decisive in elections, can be observed. In a third step, we take a look at the consequences of this reorientation by analysing the political behaviour of insiders and outsiders before and after the reforms.


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