WSI-Mitteilungen Ausgabe 02/2014

Oskar Mittag, Christina Reese, Cornelia Meffert

(Keine) Reha vor Rente: Analyse der Zugänge zur Erwerbsminderungsrente 2005-2009


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WSI-Mitteilungen 2/2014, Seiten 149-155

Zusammenfassung

Der Anteil der Erwerbsminderungsrenten liegt in Deutschland bei über 20 % aller Versichertenrentenzugänge. Ein wichtiger Grundsatz im Sozialgesetz lautet, dass Rehabilitation Vorrang vor Rentenleistungen haben soll. In dem Beitrag wird der Frage nachgegangen, inwieweit dieser Grundsatz „Reha vor Rente“ tatsächlich umgesetzt wird. Analysiert wurden Scientific Use Files (SUFs) der Deutschen Rentenversicherung mit einer Zufallsstichprobe von jeweils 20 % aller Zugänge zur Erwerbsminderungsrente für die Jahrgänge 2005 bis 2009. Die Ergebnisse zeigen, dass über 40 % der Neuzugänge in die Erwerbsminderungsrente in den letzten fünf Jahren vor der Berentung keine medizinische Rehabilitationsleistung oder eine andere Teilhabeleistung erhalten haben. Dazu zählen insbesondere Männer, Versicherte mit niedrigem Qualifikationsniveau oder Wohnsitz in Ostdeutschland. Auch höheres Alter und geringe Beitragszeiten erhöhen die Wahrscheinlichkeit, ohne Teilhabeleistungen in Erwerbsminderungsrente zu gehen.

Abstract

In Germany, more than 20 percent of all retirement pensions are due to disability benefit. A basic principle of social legislation is that rehabilitation treatment should precede disability benefits. This study addresses the question of whether this policy is actually put into practice. The analysis is based on Scientific Use Files (SUFs) of the German Statutory Pension Insurance including 20 percent random samples of disability benefit inflow for the years 2005 to 2009. Results show that more than 40 percent of all persons receiving a disability benefit did not receive any rehabilitation treatment during the preceding five years. This particularly applies to men, insurants with low educational background, and people living in eastern Germany. In addition, higher age and short contribution periods increase the probability of benefits being received without previous rehabilitation treatment.


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