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Geschlechterungleichheiten im Betrieb. Arbeit, Entlohnung und Gleichstellung in der Privatwirtschaft
Projekttitel:
Geschlechterungleichheiten im Betrieb. Arbeit, Entlohnung und Gleichstellung in der Privatwirtschaft (GIB)
Die Erwerbstätigkeit von Frauen steigt seit Jahren an, doch Ungleichheiten im Erwerbsleben bestehen fort. Im europäischen Vergleich schneidet Deutschland im Hinblick auf das Ausmaß der beruflichen Segregation zwischen Frauen und Männern, die geschlechtsbezogene Entgeltdifferenz und die Präsenz von Frauen in betrieblichen Führungspositionen mäßig bis schlecht ab. Nachdem sich Analysen zur Geschlechterungleichheit lange Zeit vorrangig auf die Arbeitsmarktebene konzentrierten, wird hier die betriebliche Ebene in den Fokus gerückt. In Betrieben entscheidet sich, unter welchen Bedingungen Frauen und Männer ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen, wie Qualifikationen genutzt und ihre Arbeit faktisch entlohnt wird und wie sich ihre beruflichen Aufstiegschancen gestalten.

Das Projekt ,Geschlechterungleichheiten im Betrieb. Arbeit, Entlohnung und Gleichstellung in der Privatwirtschaft' geht der Frage nach, unter welchen betrieblichen Voraussetzungen sich ungleiche bzw. stärker angeglichene Arbeits- und Entlohnungsbedingungen für Frauen umsetzen. Die Untersuchung nimmt folgende zentrale Themenfelder in den Blick:

  • die berufliche Segregation
  • die Beschäftigungsverhältnisse von Frauen und Männern
  • die Aufstiegschancen von Frauen in Führungspositionen
  • die durch betriebliche Praxen bedingten Entgeltunterschiede zwischen den Geschlechtern
  • die Arbeitszeitdauer von Frauen und Männern
  • die Qualität der betrieblichen Arbeit
  • die Förderung der beruflichen Gleichstellung von Frauen und Männern.

Gefragt wird nach betrieblichen Strukturen, Praxen und Arrangements, die Differenzierungen und Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern zur Folge haben oder auch Angleichungsprozesse fördern. Betriebe der deutschen Privatwirtschaft werden nach folgenden Kriterien analysiert:

  • Betriebsgröße
  • Branchenzugehörigkeit
  • Frauenanteil an den Beschäftigten
  • Tarifbindung
  • Mitbestimmungsstrukturen (Vorhandensein eines Betriebsrates)
  • Region Ost/West.

Zahlreiche neue empirische Analysen (so z.B. Sonderauswertungen des IAB-Betriebspanels, der WSI-Betriebsrätebefragung und der Befragung zum DGB-Index Gute Arbeit) werden in eine systematische Darstellung des aktuellen Forschungsstandes zu den Erklärungsfaktoren eingebettet. Im Weiteren werden gesetzliche Regelungen zur Herstellung von Geschlechtergleichheit international verglichen.

Die Erarbeitung erfolgt durch ein Team aus Mitarbeiterinnen des WSI und der Abteilung Mitbestimmungsförderung in der HBS in Kooperation mit externen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Nach dem WSI-FrauenDatenReport wird damit ein auf die betriebliche Ebene fokussierter Band mit aktuellem Datenmaterial und Forschungsanalysen vorgelegt.

Koordination der Projektgruppe:

WSI und Abt. Mitbestimmungsförderung in der Hans-Böckler-Stiftung (Mitarbeit von Birgit Beese und Marco Geis)

Juliane Achatz, Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) in der Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsgruppe Geschlechterforschung, Nürnberg
Prof. Dr. Miriam Beblo, Hochschule für Wirtschaft und Recht, Berlin
Prof. Dr. Silke Bothfeld, Hochschule Bremen
Tatjana Fuchs, Internationale Institut für Empirische Sozialökonomie (INIFES), Stadtbergen
Dr. Hermann Gartner, Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) in der Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsgruppe Geschlechterforschung, Nürnberg
Prof. Dr. Stefan Höyng, Katholische Hochschule für Sozialwesen, Berlin
Sebastian Hübers, Politikwissenschaftler Bremen
Dr. Susanne Kohaut, Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) in der Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsgruppe Geschlechterforschung, Nürnberg
Dr. Christina Klenner, WSI in der Hans-Böckler-Stiftung, Christina-Klenner@boeckler.de, Persönliches Fenster
Prof. Dr. Gertraude Krell, Universitätsprofessorin a. D., Berlin
Dr. Manuela Maschke, Abteilung Mitbestimmungsförderung der Hans-Böckler-Stiftung, Manuela-Maschke@boeckler.de, Persönliches Fenster
Sophie Rouault, Politikwissenschaftlerin Frankfurt a.M.
Dr. Karin Tondorf, Forschung/Beratung zu Entgelt- und Gleichstellungspolitik, moderner Staat, Seddiner See
Dr. Elke Wiechmann, wiss. Mitarbeiterin im Institut für Politikwissenschaft Fern-Universität Hagen
Prof. Dr. Elke Wolf, Hochschule München
Dr. Astrid Ziegler, bis 05/09 WSI in der Hans-Böckler-Stiftung, seit 06/09 IG Metall Vorstand Frankfurt a.M.
Vorgehen:
Sekundäranalyse von Datensätzen und qualitativen Forschungsergebnissen; Sonderauswertungen (Sozio-Ökonomisches Panel, IAB-Betriebspanel, linked employer-employee Datensatz (LIAB) des IAB), Auswertung HBS-interner Datenbestände (WSI-Betriebsrätebefragung, Archiv der Betriebsvereinbarungen, Lohnspiegel, Tarifarchiv).
Veröffentlichungen zum Projekt:
Projektgruppe GiB, Geschlechterungleichheiten im Betrieb, Arbeit, Entlohnung und Gleichstellung in der Privatwirtschaft. Reihe: Forschung aus der Hans-Böckler-Stiftung, Bd. 110, Berlin:  edition sigma  2010, ISBN: 978-3-8360-8710-0. 564 Seiten, Preis: 29,90 EUR.

Klare Regeln verkleinern den Unterschied, in: Böckler Impuls 16/2009

Zwei Welten: Männer und Frauen im Beruf, in: Böckler Impuls 15/2009

Frauen in Führungspositionen: Je höher, desto seltener, in: Böckler Impuls 7/2009


01/2007
Projektende:
07/2009
HBS-Eigenmittel