The costs of Greece's fiscal consolidation

Rannenberg, Ansgar / Gechert, Sebastian

Reihe: IMK Policy Brief.
Düsseldorf:  2015, ISSN: 2365-2098. 12 Seiten


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Kurzbeschreibung:


Dieser Policy Brief untersucht die Effekte der Sparmaßnahmen in Griechenland auf das Wachstum und die Staatsfinanzen. Dazu wird eine kontrafaktische Analyse mit verschiedenen Szenarien durchgeführt. Wir kombinieren die Fiskalmultiplikatoren, die sich aus der umfangreichen Meta-Regressions-Analyse von Gechert und Rannenberg (2014) ergeben mit den Konsolidierungsmaßnahmen die in Griechenland zwischen 2010 und 2014 implementiert wurden. Unsere Berechnungen ergeben, dass die Austeritätsmaßnahmen beinahe vollständig den Einbruch des griechischen Bruttoinlandsprodukts nach 2009 erklären. Das bedeutet, dass ceteris paribus - die griechische Wirtschaft ohne Austerität lediglich in eine lange Phase der Stagnation geraten wäre, anstatt in eine tiefe Depression zu fallen. Gleichzeitig wäre in einem solchen Szenario die Schuldenstandsquote nur etwas höher als im tatsächlichen Verlauf. Laut den hier präsentierten Schätzungen hätten beinahe 80% des Outputverlusts vermieden werden können, wenn die Konsolidierung zeitlich gestreckt nach Erholung der griechischen Wirtschaft durchgeführt worden wäre. Die Zeit zwischen 2010 und 2014 war demnach die falsche Periode um Ausgabenkürzungen vorzunehmen, weil deren Multiplikatoren in Krisenzeiten außergewöhnlich hoch sind. Hätte man nur die Einnahme-seitigen Maßnahmen nach 2009 durchgeführt, wäre Griechenland ein großer Teil der Outputverluste erspart geblieben und die Schuldenstandsquote hätte deutlich niedriger gelegen. Eine behutsamere Konsolidierung wäre demnach auch im Interesse der internationalen Gläubiger gewesen.

Korrigierte Version (18. Juni 2015): Im Vergleich zur Version vom 30. März 2015 wurden die falschen Zahlen für den Anteil der Importe am BIP für Griechenland nach oben korrigiert. Dies verändert graduell die Ergebnisse der Studie: Der kumulierte BIP-Effekt der Konsolidierungsmaßnahmen ist etwas geringer. Außerdem ist die Schuldenstandsquote im Szenario ohne Konsolidierung nun größer und liegt etwas oberhalb des tatsächlichen Wertes mit Konsolidierungsmaßnahmen.



Abstract:


This policy brief reexamines the effects of the Greek austerity experiment on its economy via a counterfactual analysis. We combine the fiscal multipliers from the meta regression analysis in Gechert and Rannenberg (2014) to the fiscal consolidation measures that have been implemented in Greece between 2010 and 2014. We estimate that austerity explains almost the entire collapse of Greek GDP after 2009. This result suggests that - ceteris paribus - , in the absence of austerity, the Greek economy would have entered a prolonged period of stagnation, rather than a depression. At the same time the path of the government debt-to-GDP ratio would have been only somewhat higher. Furthermore, we estimate that if the consolidation would have been postponed until after the recovery of the Greek economy and implemented gradually, almost 80% of the cost in terms of lost output could have been avoided. Our results suggest that the period 2010-2014 was the wrong time to implement frontloaded spending cuts due to their strong multipliers in downturns. Implementing only the revenue components of the Greek fiscal consolidation would have strongly reduced the output contraction as compared to the actual path of GDP, but would have been much more effective at lowering the debt-to-GDP ratio than the actual fiscal consolidation. A more cautious consolidation would thus have been in the interest of international creditors as well.Revised version (of June 18, 2015): In comparison to the version of March 30, 2015, the incorrect share of imports in GDP for Greece has been corrected upwards, which gradually changes the results of the study. The cumulative GDP effect of the consolidation measures is somewhat lower. Moreover, the debt-to-GDP ratio in the scenario of no consolidation has increased and is now somewhat above the actual value with the measures in place.



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