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10.03.2016

Neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes

IMK: Deutsche Arbeitskostenentwicklung hilft bei Stabilisierung der europäischen Wirtschaft

Die deutschen Arbeitskosten sind mit 2,6 Prozent im Jahr 2015 stabilitätskonform gewachsen. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. „Bei der Lohn- und Arbeitskostenentwicklung hat Deutschland den neutralen Verteilungsspielraum ausgeschöpft, so wie es in einer moderaten Aufschwungsituation zu erwarten war. Damit leistet die stärkste Volkswirtschaft Europas einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung in Europa“, sagt Dr. Alexander Herzog-Stein, Arbeitsmarktexperte des IMK. „Man hat eben nicht den Fehler gemacht, in einen Unterbietungswettlauf mit den wirtschaftlich schwächeren Ländern einzusteigen“, so Herzog-Stein. Geringes Wachstum oder sogar rückläufige Arbeitskosten in Euro-Krisenländern haben nach heute veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamtes dazu geführt, dass die Arbeitskosten im Durchschnitt der EU bis Ende September 2015 um 1,8 Prozent und im Mittel des Euroraums sogar nur um 1,1 Prozent angestiegen sind. „Das zeigt, dass die Gefahr einer deflationären Entwicklung weiter akut ist“, erklärt der Forscher.

Auch die bei internationalen Vergleichen deutlich aussagekräftigeren deutschen Lohnstückkosten haben sich nach Berechnung des IMK mit zwei Prozent im Jahr 2015 absolut konform mit dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank entwickelt. In der langfristigen Entwicklung zwischen 2000 und 2015 liegen die deutschen Lohnstückkosten mit jahresdurchschnittlich einem Prozent aber nach wie vor weit unter dem Mittel im Euroraum und dem EZB-Inflationsziel.

Der etwas stärkere Arbeitskostenzuwachs in Deutschland, zu dem neben Tariflohnerhöhungen auch die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns beigetragen haben dürfte, hat nach Analyse des IMK auch die interne Balance der deutschen Wirtschaft verbessert: Zum ersten Mal seit vielen Jahren – erste Daten dazu hatte das Düsseldorfer Institut im vergangenen November vorgelegt – stiegen die Arbeitskosten im Dienstleistungsbereich etwas kräftiger als im verarbeitenden Gewerbe. Unter dem Strich habe die Entwicklung von Löhnen und Arbeitskosten 2015 die Binnennachfrage gestärkt, ohne die sehr hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit merklich zu dämpfen, sagt Prof. Dr. Gustav A. Horn, der Wissenschaftliche Direktor des IMK. „Die deutsche Wirtschaft befindet sich nach wie vor in einer Aufwärtsbewegung, und die wird ganz wesentlich vom Konsum getragen. Das deutsche Wirtschaftswachstum sei daher aktuell nachhaltiger als vor fünf oder zehn Jahren. „Damals hätte uns beispielsweise der Wachstumsrückgang in den Schwellenländern weitaus heftiger getroffen.“

Kontakt:

Prof. Dr. Gustav A. Horn
Wissenschaftlicher Direktor IMK

Rainer Jung
Leiter Pressestelle

 

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