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Studienanfänger/innen nach Fächergruppen 2000-2014

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Frauen nehmen in Deutschland zwar genauso häufig wie Männer ein Studium auf, allerdings setzen sie ihre Schwerpunkte in anderen Fachgebieten als Männer. Obwohl die Zahl der Studienanfänger/innen seit 2000 unter Frauen wie Männern jeweils um mehr als 60 Prozent angestiegen ist, verändern sich die Frauen- und Männeranteile in den einzelnen Fächergruppen dabei kaum. Damit weist die akademische (Erst-) Ausbildung in Deutschland eine starke geschlechtsspezifische Segregation entlang von Fächergrenzen auf.

In den meisten Fächergruppen dominieren Studienanfänger/innen des einen oder des anderen Geschlechts. Daran hat sich zwischen 2000 und 2014 nur wenig geändert: Obwohl die Hälfte der Studienanfänger/innen weiblich ist, stellen Frauen nur etwa ein Drittel der Studienanfänger/innen in den mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächern und weniger als ein Viertel in den Ingenieurwissenschaften. Stark überrepräsentiert sind Frauen hingegen in den Sprach- und Kulturwissenschaften, wo sie fast drei Viertel aller Studienanfänger/innen ausmachen. Auch in der Humanmedizin und den Gesundheitswissenschaften sind Frauen mit zwei Dritteln unter den Studienanfänger/innen in der Mehrheit.

Vergleicht man die absoluten Zahlen der Frauen, die zwischen 2000 und 2014 ein Studium aufgenommen haben, dann zeigt sich für alle Fächergruppen ein starker Anstieg:

  • In den Bereichen Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften sowie den Ingenieurswissenschaften beginnen mehr als doppelt so viele Frauen ein Studium als 14 Jahre zuvor.
  • Auch in den beiden Fächergruppen mit den meisten Studienanfängerinnen sind die Zahlen gegenüber dem Jahr 2000 stark angewachsen: In den Sprach- und Kulturwissenschaften um ein Drittel, im Bereich der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften beträgt der Anstieg sogar mehr als 70 Prozent.

Bei den Männern ist die Zahl der Studienanfänger zwischen 2000 und 2014 ebenfalls stark angestiegen:

  • Den stärksten Zuwachs an männlichen Studienanfängern verzeichnen die Ingenieurwissenschaften, wo sich die Zahl der Studienanfänger in 14 Jahren fast verdoppelt hat.
  • Ein ebenfalls hoher Anstieg der Männer ist im Bereich der Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften festzustellen (78 Prozent). Aber auch in den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaften (45 Prozent) sowie bei den Rechts, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (45 Prozent) nahmen 2014 deutlich mehr Männer ein Studium auf als noch 14 Jahre zuvor.

Betrachtet man jeweils getrennt für Frauen und Männer, wie sich die Studienanfänger/ innen auf die unterschiedlichen Fächergruppen verteilen, so werden die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Studienwahl noch deutlicher. Für das Jahr 2014 zeigt sich:

  • In den Rechts- Wirtschafts- und Sozialwissenschaften beginnt mehr als ein Drittel der Frauen ein Studium, aber auch 30 Prozent der Männer.
  • Ein Viertel der Frauen hat sich für ein sprach- oder kulturwissenschaftliches Fach eingeschrieben, im Vergleich zu nicht einmal jedem elften Mann.
  • Das umgekehrte Bild zeigt sich bei der Fächergruppe Mathematik und Naturwissenschaften, die von jedem fünften Mann, aber nur von jeder achten Frau gewählt wird.
  • Die größten geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Studienwahl finden sich bei den Ingenieurswissenschaften, in denen jeder dritte Mann, aber nur jede zehnte Frau ein Studium aufnimmt.
  • Schließlich spielt auch das Fachgebiet der Humanmedizin und der Gesundheitswissenschaften bei den Frauen mit 8 Prozent eine größere Rolle als bei den Männern (5 Prozent).

Bezüglich der Studienfachwahl ist damit für Frauen und Männer zu konstatieren: Zwar nehmen immer mehr Frauen und Männer ein Studium auf, dennoch weist die Wahl des Studienfaches in Deutschland eine weiterhin starke geschlechtsspezifische Prägung auf.

 

Bearbeitung: Dietmar Hobler, Svenja Pfahl, Sandra Horvath

 

Literatur

Statistisches Bundesamt (2015): Fachserie 11, Reihe 3, Bildung und Kultur, Berufliche Bildung, 2014.

Tabellen zu den Grafiken

 

 


 

 

 

Methodische Anmerkungen

Die vorliegenden Analysen basieren auf Daten der Hochschulstatistik, die in der Fachserie 11, Reihe 4.1 „Bildung und Kultur. Studierende an Hochschulen“ vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht wurden. Bei diesen Daten handelt es sich um „(...) Verwaltungsdaten der Hochschulen, die für administrative Zwecke erhoben werden. Die Studentenstatistik ist eine Sekundärerhebung (Vollerhebung) auf der Basis der Verwaltungsdaten der Hochschulen.“ 1 Die Erhebung erfolgt jeweils zu Beginn des Semesters. Erhebungseinheit sind Studierende, „d.h. in einem Fachstudium eingeschriebene Personen, ohne Beurlaubte, Studienkollegiaten und Gasthörer.“ 2

 


(1) Statistisches Bundesamt (2014): Fachserie 11, Reihe 4.1, Bildung und Kultur, Studierende an Hochschulen, Wintersemester 2013/2014, S. 5.

(2) a. a. O., S. 4

Studienanfänger/innen:
„Studienanfänger/innen sind Studierende im ersten Hochschulsemester (Erstimmatrikulierte) oder im ersten Semester eines bestimmten Studienganges.“ 1 In den vorliegenden Tabellen und Abbildungen werden als Studienanfänger/innen nur die Studierenden erfasst, die an einer Hochschule im ersten Hochschulsemester eingeschrieben sind.

Fächergruppen:
Für die Zwecke der bundeseinheitlichen Hochschulstatistik werden jeweils mehrere verwandte Fächer zu Studienbereichen und diese zu Fächergruppen zusammengefasst. Für die vorliegenden Analysen wurden die vom Statistischen Bundesamt ausgewiesenen neun Fächergruppen teilweise zu größeren Einheiten zusammengefasst. 2
Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften: Die Fächergruppe der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften umfasst neben den bereits in der Bezeichnung genannten Fächern auch Politik- und Verwaltungswissenschaften, Sozialwesen und Regionalwissenschaften.
Sprach- und Kulturwissenschaften: Die Sprach- und Kulturwissenschaften umfassen neben den sprach- und kulturwissenschaftlichen Fächern auch Theologie (ev. und kath.), Philosophie, Geschichte, Bibliotheks- und Literaturwissenschaften, Psychologie, Sonderpädagogik und Erziehungswissenschaften.
Ingenieurwissenschaften: Die Ingenieurwissenschaften umfassen die Fächer Bergbau/Hüttenwesen, Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Elektrotechnik und Vermessungswesen, Architektur, Raumplanung und Bauingenieurswesen sowie Verkehrstechnik.
Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften: Zur Fächergruppe der Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften zählt auch die Zahnmedizin.
Sonstige Fächer: Die sonstigen Fächer umfassen alle Künste und Kunstwissenschaften, die Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften, die Veterinärmedizin, Sport und die Sportwissenschaften. In diese Kategorie fallen auch alle Fächer, die außerhalb der Studienbereichsgliederung (z. B. Studienkolleg) liegen, und schließlich alle Studierenden, für die keine Angaben zur Fachrichtung vorliegen.

 


(1) Vgl. Statistisches Bundesamt (2015): Fachserie 11, Reihe 4.1, Bildung und Kultur, Studierende an Hochschulen Wintersemester 2014/2015, S.11.

(2) a. a. O., S. 446 - 448.

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