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23.01.2014

Tariflöhne und -gehälter 2013: Reale Tarifsteigerungen von 1,2 Prozent

Die Tariflöhne haben im Jahr 2013 real (nach Abzug der Inflation) spürbar zugelegt. Die Verbraucherpreise sind im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent gestiegen, die Tarifvergütungen dagegen um 2,7 Prozent. Daraus ergibt sich im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt ein reales Wachstum der Tariflöhne und -gehälter um 1,2 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt die Bilanz der Tarifpolitik des Jahres 2013, die das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung heute vorlegt. „Bereits seit 2009 ist es den Gewerkschaften gelungen, Tarifsteigerungen durchzusetzen, die oberhalb der laufenden Preissteigerungsrate lagen", sagt Dr. Reinhard Bispinck, Leiter des WSI-Tarifarchivs. Eine Ausnahme bildete lediglich das Jahr 2011.

Die Spannweite der Tarifsteigerungen reicht von 3,5 Prozent im Bereich Energie- und Wasserversorgung, Bergbau, über 3,0 Prozent im Investitionsgütergewerbe, 2,7 Prozent im Bereich Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft, 2,4 Prozent im Verbrauchsgütergewerbe bis zu 2,3 Prozent im Handel.

Bei den effektiven Bruttoeinkommen - hier fließen unter anderem auch die Einkommen von Beschäftigten ein, die nicht nach Tarif bezahlt werden – fiel der Zuwachs im vergangenen Jahr etwas niedriger aus: Die Bruttolöhne und -gehälter sind 2013 nominal je Arbeitnehmer/in um 2,2 Prozent gestiegen, preisbereinigt bedeutet dies einen Anstieg um 0,7 Prozent.

Insgesamt schlossen die DGB-Gewerkschaften in Deutschland im vergangenen Jahr Lohn- und Gehaltstarifverträge für rund 13,1 Mio. Beschäftigte ab, darunter etwa 11,1 Mio. in den alten und gut 2 Mio. in den neuen Bundesländern. Die Laufzeit der Verträge beträgt durchschnittlich 22,8 Monate und liegt damit höher als im Vorjahr mit 18,0 Monaten. Für weitere 4,3 Mio. Beschäftigte traten im Jahr 2013 Erhöhungen in Kraft, die bereits 2012 oder früher vereinbart worden waren.

Die Tarifrunde 2014 hat bereits begonnen: Verhandelt wird bereits in der chemischen Industrie sowie in Kürze im öffentlichen Dienst (Bund und Gemeinden), bei der Deutschen Telekom AG und in der Druckindustrie. Im April folgen das Bauhauptgewerbe und das Bankgewerbe und im Mai die Eisen- und Stahlindustrie. Die vorliegenden Tarifforderungen der Gewerkschaften bewegen sich zwischen 5,5 und 6 Prozent.

Die ökonomische Ausgangssituation für die Tarifrunde 2014 hat sich nach Auffassung des WSI-Tarifexperten verbessert. Die Prognosen lassen eine Aufhellung der Konjunktur erkennen. „Mit Blick auf die erforderliche Stabilisierung dieser wirtschaftlichen Entwicklung und die anhaltende Rezession in vielen europäischen Ländern kommt einer dauerhaften Stärkung der Binnennachfrage gerade in Deutschland nach wie vor eine überragende Bedeutung zu", sagt WSI-Tarifexperte Bispinck. „Die Tarifpolitik kann dazu einen wirkungsvollen Beitrag leisten."

Kontakt:

Dr. Reinhard Bispinck
Leiter WSI-Tarifarchiv

Rainer Jung
Leiter Pressestelle


Pressemitteilung mit Grafiken (pdf)


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