Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat die Verantwortung Deutschlands zur Bewältigung der Leistungsbilanzungleichgewichte in der Europäischen Währungsunion angesprochen. Die Bundesbank signalisiert, dass sie als Teil der Anpassungsprozesse in der Währungsunion in nächster Zeit mit einer etwas höheren Inflation rechnet. Wie hängen Lohnentwicklung, Inflationsdifferenzen, Leistungsbilanzen und Eurokrise miteinander zusammen? Das IMK in der Hans-Böckler-Stiftung und einige andere Wissenschaftler erforschen diese Zusammenhänge seit Jahren.
Ungleichgewichte versperren Weg aus der Eurokrise
Wesentliche Ursache der Krise ist die unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklung in den Mitgliedsländern seit Einführung der Gemeinschaftswährung, zeigt eine Untersuchung von Heike Joebges und Camille Logeay. Die beiden Professorinnen an der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft haben die Veränderungen bei Warenströmen und Schuldenständen eingehend untersucht.
Auch Deutschland verletzt das Inflationsziel
Auch Deutschland verletzt das Inflationsziel. Die Finanzkrise war der Auslöser, doch die Gründe für die Eurokrise sind hausgemacht: Seit dem Beginn der Währungsunion haben deren Mitglieder ihr Inflationsziel nicht eingehalten - allen voran Deutschland.
Das Problem chronischer Überschüsse
Eine Studie des IMK zeigt: Deutschlands Überschüsse in der Leistungsbilanz stehen ebenso große Defizite anderer Länder gegenüber. Die Schulden der Defizitländer sind das Vermögen der Überschussländer. Doch können die Kredite nicht zurückgezahlt werden, trifft das auch die Gläubigerländer wie etwa Deutschland