Diskussion um Mindestlöhne

"Die Bundesrepublik hat mit dem Mindestlohn eine hoch problematische Lücke in ihrer Wirtschaftsordnung geschlossen", sagt Dr. Reinhard Bispinck, Tarif- und Mindestlohnexperte des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. "Die internationale empirische Forschung zeigt, dass flächendeckende Mindestlöhne die Lohnverteilung stabilisieren können, ohne Arbeitsplätze zu gefährden. Nicht ohne Grund sind sie in den meisten unserer Nachbarländer ein seit Jahren und teils Jahrzehnten etabliertes Instrument."

Die folgenden Links geben einen Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema. Sie führen zu Pressemitteilungen oder kurzen Artikeln aus dem Infodienst Böckler Impuls. Am Ende der meisten Texte befinden sich Links zu den jeweiligen Studien.

Zwischenbilanz

Ein Jahr Mindestlohn: Mehr reguläre Beschäftigung gerade in Niedriglohnbranchen

Auch nach knapp einem Jahr hat der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland unter dem Strich keine negativen Arbeitsmarkteffekte gebracht. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist im Gegenteil spürbar gestiegen, und zwar gerade in traditionellen Niedriglohnbranchen.

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Flüchtlinge

Mindestlohn: Wir schaffen das

Zusätzliche Ausnahmen vom Mindestlohn für Flüchtlinge sind ökonomisch verfehlt, argumentiert Prof. Dr. Grustav Horn im „Wirtschaftsdienst“. mehr ...

Konjunktur

Mit halber Kraft voraus

Mit einem Plus von 1,7 Prozent hat sich die deutsche Wirtschaftsleistung 2015 ordentlich, aber nicht besonders dynamisch entwickelt. Im kommenden Jahr geht es ebenfalls gemächlich voran. Dann dürfte der Zuwachs bei 1,8 Prozent liegen. Dies ist das Ergebnis der jüngsten Konjunkturprognose des IMK.
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Knapp jeder zehnte Beschäftigte 2014 einkommensarm

Forscher: Zunahme bei „working poor“ unterstreicht Notwendigkeit eines Mindestlohns ohne Ausnahmen

Die Einkommensarmut in Deutschland hat nach aktuellen Daten zuletzt von 16,1 Prozent im Jahr 2013 auf 16,7 Prozent 2014 zugenommen. Damit waren mehr als 13 Millionen Menschen in Deutschland von Armut bedroht – das heißt, sie verfügten gemäß der gängigen wissenschaftlichen Definition über weniger als 60 Prozent des bedarfsgewichteten mittleren Einkommens. Der Anstieg des Armutsrisikos geht auf den Anstieg der Altersarmut von 14,9 auf 16,3 Prozent und auf die Zunahme der Beschäftigungsarmut von 8,6 auf 9,9 Prozent zurück. Damit ist nun praktisch jeder zehnte Beschäftigte in Deutschland von Armut bedroht, ein „working poor“.

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Zwischenbilanz zu Umsetzung und Wirkung

Mindestlohn: Keine negativen Arbeitsmarkteffekte, Verbesserungen bei Durchsetzung und Kontrolle nötig

Unter dem Strich hat der Mindestlohn in Deutschland bislang keine negativen Arbeitsmarkteffekte gebracht. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist spürbar gestiegen, und zwar gerade in traditionellen Niedriglohnbranchen. Zurückgegangen ist lediglich die Zahl oft sehr niedrig bezahlter und schlecht abgesicherter Minijobs. Zu diesem Ergebnis kommen Dr. Claudia Weinkopf und Dr. Thorsten Schulten.

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Mindestlöhne in der EU wieder stärker gestiegen

Mit Deutschland verfügen nun 22 von 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union über einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn. Die Mehrheit unter ihnen hat ihre Lohnuntergrenze zum 1. Januar angehoben. Die Erhöhungen fielen überwiegend etwas stärker aus als in den Vorjahren, zeigt der neue WSI-Mindestlohnbericht. Der deutsche Mindestlohn ist im westeuropäischen Vergleich moderat und liegt relativ zum nationalen Durchschnittsverdienst lediglich im internationalen Mittelfeld.

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Forscher: Keine Belege für negative Arbeitsmarkteffekte durch Mindestlöhne – Ausnahmen schwächen Effektivität

Im europäischen Vergleich ist das Niveau des deutschen Mindestlohns sowohl nach absoluten als auch nach relativen Maßstäben moderat. Die neuere, methodisch fortgeschrittene internationale Forschung kommt zu dem Ergebnis, dass sich keine signifikanten Beschäftigungswirkungen von Mindestlöhnen feststellen lassen. Auch die Evaluation der Branchenmindestlöhne in Deutschland hat keine negativen Beschäftigungseffekte festgestellt. Gegenüber solchen Ergebnissen empirischer Forschung sind ökonometrische Simulationsrechnungen, auf deren Grundlage einige deutsche Forschungsinstitute eine negative Wirkung von Mindestlöhnen annehmen, nicht aussagekräftig. Das sind Kernergebnisse einer Studie von Prof. Dr. Gerhard Bosch und Dr. Claudia Weinkopf.

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Ausnahmen überflüssig, Verdrängungseffekte drohen

Es gibt kaum Indizien dafür, dass Ausnahmen von einem Mindestlohn sinnvoll sind, um Arbeitsmarktchancen junger Leute zu verbessern.

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Ausnahmen für Arbeitslose unzulässig

Beim Mindestlohn sind teilweise weitreichende Ausnahmen im Gespräch. Einer rechtlichen Prüfung würden die meisten Vorschläge nicht standhalten. mehr ...

Ausnahmen juristisch fragwürdig

Verfassungsrechtlich ist ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn nicht zu beanstanden. Die Ausnahmeregelung für Jugendliche dagegen schon mehr ...

Lohnpolitik

Mindestlöhne: Beschäftigung bleibt stabil

Mindestlöhne haben keine negativen Auswirkungen auf das Beschäftigungsniveau. Zu diesem Ergebnis kommen Untersuchungen von acht deutschen Branchen, in denen Lohnuntergrenzen gelten.

(Hinweis: Die in der Grafik angeführten Branchenmindestlöhne sind zum Teil nicht mehr aktuell.) mehr ...

Die aktuellen Werte finden Sie hier (pdf)

Mindestlohn

Großbritannien: Löhne und Jobs stabilisiert

Der flächendeckende britische Mindestlohn hat seit seiner Einführung vor über zehn Jahren nirgendwo im Land Jobs vernichtet. Von 2004 bis 2006 sorgte er sogar für Beschäftigungszuwächse. mehr ...

Beschäftigung

Studie widerlegt Mindestlohn-Gegner

Kosten höhere Mindestlöhne Arbeitsplätze? Eine groß angelegte empirische Studie entdeckt für diesen Verdacht keine Indizien: Sämtliche Anhebungen der US-Mindestlöhne von 1990 bis 2006 blieben ohne Beschäftigungseffekte. mehr ...

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