Soziale Medien

Soziale Medien, also Blogs, Soziale Netzwerke, Bilder- und Videoplattformen usw. sind die aktuellen Formen der Online-Vernetzung - auch bei Betriebsräten: Bewertung und Beispiele.


Eine Vernetzung von Betriebsräten kann auch über Social Media-Plattformen wie Facebook, Google+ etc. erfolgen. Doch ist das ratsam? Welche Argumente sprechen dafür oder dagegen?

Die private Vernetzung über Facebook, Google+ oder andere kommerzielle Social Media-Plattformen ist für Viele bereits zur Selbstverständlichkeit geworden. Im beruflichen Umfeld ermutigen immer mehr Unternehmen und Verwaltungen ihre Beschäftigten, Soziale Medien zu nutzen. Es kann die Attraktivität des Arbeitsplatzes steigern, wenn der weitgehend freie Umgang mit dem Internet und mit Social Media zulässig ist oder sogar gefördert wird.

Die wichtigsten allgemeinen Informationen rund um Social Media sind im Böckler-Praxisblatt zu lesen.

Unternehmerische Nutzung sozialer Medien

Unternehmen setzen Social Media zur Kommunikation mit Kunden und zur Öffentlichkeitsarbeit ein. Teilweise motivieren sie ihre Beschäftigten, in den Sozialen Medien (positive) Informationen und Meinungen über die eigenen Produkte und über das Klima im Unternehmen zu verbreiten. Die interne Nutzung von Sozialen Medien soll den Austausch zwischen den Beschäftigten fördern und das Wissensmanagement unterstützen.

Gewerkschaftliche Nutzung sozialer Medien

Auch Gewerkschaften nutzen Web 2.0-Anwendungen für ihre Öffentlichkeitsarbeit und zur internen Kommunikation:

Die Gewerkschaft ver.di stellt ihren Mitgliedern ein Netz zur Verfügung, in dem die Teilnehmenden Profilseiten anlegen und sich mit anderen Mitgliedern austauschen können. Der DGB und Einzelgewerkschaften nutzen mit unterschiedlicher Intensität Medien wie den Microblogging-Dienst Twitter oder Facebook, um auf neue Inhalte auf ihren Homepages oder Aktionen aufmerksam zu machen und nicht zuletzt, um mit Interessierten ins Gespräch zu kommen. Die IG BCE ging einen Schritt weiter und entwickelte in einem ihrer Blogs gemeinsam mit den Mitgliedern einen Leitfaden für die Nutzung der Sozialen Medien im gewerkschaftlichen Umfeld: http://wgb20.de/

Auch einzelne Kampagnen werden über Soziale Netzwerke und Blogs unterstützt, aktuell z. B. die „Revolution Bildung“ der IG Metall Jugend. Die NGG, einige andere Gewerkschaften und der DGB betreiben darüber hinaus eigene YouTube-Kanäle. Einzelne Gewerkschafter/innen twittern zudem persönlich.

Die Art der Nutzung ist also sehr vielfältig: regional oder themenbezogen, bundesweit und Themen übergreifend. Auch die Hans-Böckler-Stiftung nutzt die sozialen Medien und betreibt eine Fanseite auf Facebook.

Aktuelle Links

http://mitgliedernetz.verdi.de/
http://de-de.facebook.com/pages/DGB-Bundesvorstand/147245511963527
http://de-de.facebook.com/IGMetall.Nuernberg
http://www.youtube.com/user/NGG1865?ob=5
http://www.youtube.com/user/wwwdgbde?ob=5
http://de-de.facebook.com/hans.boeckler.stiftung
http://fallbeispiele.sozialebewegungen.org/betriebsratsblogs/

Nutzung der Sozialen Medien durch Betriebsräte

Einige Betriebsräte sind auf Facebook vertreten und es gibt bloggende und twitternde Interessenvertretungen. Die Nutzung der kommerziellen Plattformen sollte jeder Betriebsrat genau überlegen und gegen die Alternative, gewerkschaftlich angebotene Plattformen (siehe vorheriges Kapitel) abwägen. In der Ausgabe 11/2014 der Zeitschrift Mitbestimmung sind viele Praxisbeispiele beschrieben.

Bei den kommerziellen Social Media-Plattformen sind die Daten der Nutzer Ware, die vermarktet wird. Mit jeder einzelnen Nutzung werden den Betreibern Daten zur Verfügung gestellt, über deren Weiternutzung die Anwender/innen keine Kontrolle haben.

Der Betriebsrat sollte sich dies bewusst machen und darüber diskutieren. Bevor eine ernsthafte Nutzung erwogen wird, sollte er sich mit den Geschäftsbedingungen und den Einstellungsmöglichkeiten bei den einzelnen Diensten vertraut machen. Zudem muss er die rechtlichen Rahmenbedingungen kennen, zum Beispiel Grundwissen zum Thema Datenschutz und Persönlichkeitsrecht haben oder erwerben.

    Aktuelle Links und Beispiele

    http://twitter.com/BRBrinks
    http://www.facebook.com/betriebsrat.buchmannkarton
    http://www.facebook.com/FraportBetriebsrat
    https://www.facebook.com/PersonalratAmUniklinikumEssen
    http://www.hugendubel-verdi.de
    http://www.amazon-verdi.de

    Literatur

    Ballenthien, Jana/Carstensen, Tanja (2011): "Das entgrenzte Subjekt." Vom Mutigsein in digitalen Räumen, in: testcard, Heft 20, S. 190-193

    Böker, Karl-Hermann/Demuth, Ute/Thannheiser, Achim/Werner, Nils (2013): "Social Media - soziale Medien? Neue Handlungsfelder für Interessenvertretungen"  Reihe: edition der Hans-Böckler-Stiftung, Betriebliche Mitbestimmung und betriebliche Handlungshilfen, Bd. 281.; Düsseldorf 2013.

    Carstensen, Tanja (2011): "In der digitalen Kultur verändert sich auch Arbeit." In: KM. Kultur und Management im Dialog, Nr. 57, Juli 2011, S. 9-11

    Demuth, Ute/Thannheiser, Achim: "Soziale Medien in der Arbeit der Interessenvertretung", Bund-Verlag 2014

    Demuth, Ute: "Twittern für den Betriebsrat" Interview mit einem zwitschernden Betriebsratsvorsitzenden (Brinks, Frankfurt), Computer und Arbeit 02/2014, S.  32-35

    Demuth, Ute: "Betroffene zu Beteiligten machen" Interview zum Einsatz von sozialen Medien, Computer und Arbeit 03/2011, S. 32-35

    Demuth, Ute: "Betriebsratsarbeit 2.0", Arbeitsrecht im Betrieb 05/2011, S. 302-306

    Demuth, Ute: "Immer mehr Leute mischen sich ein und trauen sich was …"
    Interview mit einem der Autoren des Amazon-ver.di-Blogs. Computer und Arbeit 04/2014, S. 34-38

    Demuth, Ute/Strunk, Jan A./Lindner, Martin (2013): "Soziale Medien in der Öffentlichkeitsarbeit der Interessenvertretungen", Bund-Verlag 2013

    Heike Rozek: "Social Media als Arbeitsmittel" Computer und Arbeit 02/2015, S. 4-9

    Ruchhöft, Mattias: "Digitales Arbeiten – das neue »Wir« im Job?" Kollaboration und virtuelle Welten, Computer und Arbeit 03/2015, S. 16-19

    Voigt, Hans Christian/Kreiml, Thomas (Hg.): "Soziale Bewegungen und Social Media – Handbuch für den Einsatz von Web 2.0", ÖGB-Verlag 2011


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