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30.06.2005
Repräsentative Befragung zu Flexibilisierung
Große Mehrheit will Kündigungsschutz behalten oder ausbauen
Der gesetzliche Kündigungsschutz ist aus Sicht der meisten Beschäftigten in Deutschland unverzichtbar. 48 Prozent möchten den bestehenden Kündigungsschutz beibehalten, weitere 23 Prozent wünschen sich sogar eine Stärkung. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Untersuchung an den Universitäten Jena und Hannover. Unter Leitung von Prof. Dr. Christoph Köhler, Dr. Gesine Stephan und Dr. Olaf Struck wurden 3039 Menschen zwischen 20 und 60 Jahren in West- und Ostdeutschland befragt. Eine Einschränkung des Kündigungsschutzes, wie sie derzeit debattiert wird, befürworten nur knapp 19 Prozent der Befragten. Für eine komplette Abschaffung votieren weniger als sieben Prozent.

Die von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie zeigt auch, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer den Beschäftigungsmarkt bereits jetzt als sehr flexibel und Stellenverluste als fast alltägliche Realität erfahren. Mehr als 40 Prozent haben während der vergangenen fünf Jahre in ihrem Arbeitsumfeld direkt oder indirekt betriebsbedingte Entlassungen erlebt. 16 Prozent waren selbst davon betroffen. Rund ein Drittel der Beschäftigten hält es für wahrscheinlich, in naher Zukunft arbeitslos zu werden. 

Dabei hätten betriebsbedingte Entlassungen häufig auch negative Folgen für die Motivation der weiter Beschäftigten, die die Kündigungen überwiegend als ungerecht empfänden, so die Forscher. Dieser Effekt lasse sich mildern, wenn die Unternehmensleitung überzeugende Anstrengungen unternehme, Alternativen zu Entlassungen zu finden oder die Mitarbeiter bei der Suche nach möglichst gerechten Regelungen eingebunden würden.

Insgesamt berichten gut ein Drittel der Befragten, die im eigenen Betrieb Kündigungen miterlebt haben, dass sich die Zusammenarbeit zwischen verbliebenen Mitarbeitern und Vorgesetzten danach verschlechtert habe. In vielen Fällen sei das Engagement für die Firma gesunken, während die Bereitschaft wachse, das Unternehmen zu verlassen. Die Quote der Krankmeldungen geht dagegen nach Entlassungen tendenziell zurück - nach Einschätzung der Forscher aus Sorge um den Arbeitsplatz.

Kontakt:

Dr. Gudrun-Linne@boeckler.de   Persönliches Fenster

Rainer-Jung@boeckler.de   Persönliches Fenster


Weitere Informationen:
Grafiken zum Download
Kurzfassung der Studienergebnisse (pdf)



 

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