Hans Böckler Stiftung
Home
Die Stiftung
Veranstaltungen
Veröffentlichungen
Literatursuche
Produkt-Katalog
Böckler Impuls
Archiv
Grafiken
Bestellen
English
Magazin Mitbestimmung
Edition der HBS
Arbeits- und
Diskussionspapiere
Arbeitshilfen
für Aufsichtsräte
Betriebs- und
Dienstvereinbarungen
Datenkarte
IMK Report
IMK Studies
IMK Working Paper
IMK Policy Brief
WSI-Mitteilungen
WSI Report
WSI-Diskussionspapiere
WSI-Texte
WSI-Tarifberichte
Forschungs-
informationsdienst
English Publications
Über die Stiftung
Projekte
Themen
Forschungsförderung
Mitbestimmungsförderung
Studienförderung
WSI
WSI-Tarifarchiv
IMK
Presse
Links
English


Profisuche | Sitemap


Kontakt
Newsletter | RSS
Druckansicht
Bestellliste ansehen
Böckler Impuls 10/2007
Arbeitskämpfe
Mehr Streiks in einem friedlichen Land
2006 war für deutsche Verhältnisse ein Jahr mit harten Arbeitskämpfen. Im europäischen Vergleich geht es hierzulande trotzdem zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern noch recht friedlich zu.
Quellen und Grafiken
 
Zusatzinformationen
Grafiken zum Text
Die amtliche Statistik hat für das vergangene Jahr 166.000 Streikende und 429.000 Streiktage registriert. Pro tausend Beschäftigte fielen damit 12,4 Arbeitstage durch Streik oder Aussperrung aus. Das ist der höchste Wert seit 1993 - damals lag der Ausfall bei 17,5 Tagen, wie eine aktuelle Auswertung des WSI zeigt.

Zwar schwankt die Zahl der Ausfalltage von Jahr zu Jahr: 2005 beispielsweise betrug sie gerade einmal 0,5 Tage. WSI-Wissenschaftler Heiner Dribbusch erkennt in der Entwicklung aber trotzdem einen Trend. Vor allem beim näheren Blick auf charakteristische Arbeitskämpfe 2006 - wie etwa die Streiks im öffentlichen Dienst oder bei AEG in Nürnberg - zeigt sich: Die Auseinandersetzungen dauerten lange. Und es ging oft nicht um Gehaltsverhandlungen, sondern um Fragen wie Arbeitszeitverlängerung oder die soziale Abfederung einer Standortschließung: "Viele Arbeitskämpfe des letzten Jahres waren nicht gestiegener Streikfreude der Gewerkschaften, sondern dem unternehmerischen Angriff auf tarifliche Standards geschuldet", resümiert Dribbusch mit Blick auf den öffentlichen Dienst. Parallel eskalierten zunehmend Auseinandersetzungen in einzelnen Betrieben: "Spätestens bei Schließungsdrohungen fallen auch in streikarmen Branchen Barrieren gegenüber Arbeitsniederlegungen." Solche "defensiven Arbeitskämpfe" könnten zunehmen, prognostiziert der Experte.

Im längerfristigen europäischen Vergleich ist Deutschland aber nach wie vor ein sehr streikarmes Land, wozu nach Analyse vieler Forscher das Tarifsystem ebenso beiträgt wie die "sozialpartnerschaftliche Einbindung" durch die Mitbestimmung. Zwischen 1996 und 2005 - neuere Daten aus anderen europäischen Ländern liegen noch nicht vor - ging es in der Bundesrepublik mit im Jahresdurchschnitt 2,4 ausgefallenen Arbeitstagen pro tausend Beschäftigten sogar noch deutlich friedlicher zu als in der Schweiz. Bezieht man für Deutschland das Jahr 2006 mit ein, steigt dieser Wert moderat auf 3,3 Tage.
Download (pdf)


Heiner Dribbusch ist Experte für industrielle Beziehungen des WSI in der Hans-Böckler-Stiftung.

Mehr Streiks im Jahr 2006, Format 86 x 176,5 mm, zum Download in den Formaten EPS (Freehand MX) und TIFF (Druckauflösung 300 dpi). Abdruck frei bei Angabe der Quelle und unverfälschter Wiedergabe von Inhalt und Aussage.
zur Böckler Grafik