Der Anteil von Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten in Deutschland ist seit Jahren nahezu unverändert gering. Praktisch folgenlos ist die Selbstverpflichtung der Wirtschaft verpufft. Die Änderung des Deutschen Corporate Governance-Kodex 2010 hat die Debatte um eine Geschlechterquote neu belebt: Was muss unternommen werden, um Frauen den Einstieg in Führungspositionen zu erleichtern?
Informationen zum Deutschen Corporate Governance-Kodex
Umfrage: Mehrheit spricht sich laut ARD-"Deutschlandtrend" gegen strenge Quotenregelung aus
Laut einer Umfrage von Infratest Dimap im Auftrag der ARD sprechen sich 61 Prozent der Deutschen für eine freiwillige Selbstverpflichtung aus und unterstützen damit den Vorschlag von Familienministerin Schröder. Allerdings gehen die Meinungen diesbzgl. zwischen den Geschlechtern auseinander, zumal fast ein Drittel der Frauen gesetzliche Vorgaben fordert, während nur 17 Prozent der Männer dies gutheißen.
Zum Artikel (Spiegel Online)
Erneuter Gesetzentwurf zur Förderung von Frauen in Wirtschaftsunternehmen führt zu kontroversen Diskussionen im Bundestag
Sowohl Aufsichtsratsmandate als auch Vorstandspositionen umfasst der Gesetzentwurf zur Förderung der Chancengleichheit von Männern und Frauen in Wirtschaftsunternehmen der SPD-Fraktion. Dabei sollen in einem zweistufigen Verfahren spätestens ab 2015 beide Gremien zu 40 % mit beiden Geschlechtern besetzt werden. Eine weitere Beratung des Entwurfes erfolgt in den Ausschüssen.
Gesetzentwurf Drucksache 17/8878 zum Download (pdf)
Positionen der einzelnen Parteien zum Entwurf
2012: Und die Chefetagen bleiben männlich dominiert
Ein Drittel der 160 Unternehmen in den DAX-Indizes der Deutschen Börse, zeigt die jüngste Auswertung der Hans-Böckler-Stiftung, hat keine einzige Frau in seinen Führungsgremien - weder im Vorstand noch im Aufsichtsrat.
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Studie: Frauen in Führungspositionen. Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg
Studie weist positive Performance-Wirkung von Frauen in Aufsichtsräten sowohl für Unternehmen mit hohem Frauenanteil unter den Gesamtbeschäftigten als auch für Unternehmen im B2C-Geschäft nach. Die im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführte Studie erfolgte durch das Institut für Unternehmensführung am Karlsruher Institut für Technologie und der Professur für Management und Controlling der Georg-August-Universität Göttingen.
Zur Studie (pdf)
Studie: Geschlechterverteilung in Vorständen und Aufsichtsräten
Die Chancen für Frauen, eine Spitzenposition in der Privatwirtschaft zu besetzen, haben sich in den vergangenen Jahren nur marginal geändert. Die Auswertung von Marion Weckes, Hans-Böckler-Stiftung (01/2011) zeigt auch: Bei den Aufsichtsräten ist es um den Anteil von Frauen besser bestellt als in der Vorstandsetage. Hier ist die Mitbestimmung der treibende Motor.
Die Auswertung (pdf)
Grafik: Geschlechterverteilung im Aufsichtsrat
2001 haben Bundesregierung und Arbeitgeberverbände eine freiwillige Selbstverpflichtung zur "Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft" beschlossen. Die Chancen für Frauen, eine Spitzenposition in der Privatwirtschaft zu besetzen, haben sich danach nur marginal verbessert. Fast zehn Jahre später, im Mai 2010, hat die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance-Kodex "eine angemessene Beteiligung von Frauen" im Vorstand und Aufsichtsrat aufgenommen (Kapitel 4.1.5, 5.1.2 und 5.4.1). Andere Länder dagegen haben bereits eine Geschlechterquote gesetzlich verankert.
Studie: Geschlechterverteilung in Vorständen und Aufsichtsräten (pdf)
Internetangebot der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance-Kodex
Die Gesetzesinitiativen zur Einführung einer Geschlechterquote in Deutschland sowie die Sichtweisen von Gewerkschaften, Politik und Wirtschaftsverbänden sind hier zusammengefasst: Debatte und Initiativen.
Sieben von 28 Unternehmen im Dax-30 haben laut Umfrage der "Welt" (siehe Die Welt, 23.03.2011, Nr. 68, S. 12) Quoten eingeführt, um den Anteil von Frauen in Führungspositionen auszubauen. Auch in zahlreichen EU-Ländern sind gesetzliche Vorgaben bereits die Regel.
Die Praxis in Unternehmen und anderen Ländern
Die Checkliste behandelt die wichtigsten Handlungsschritte bei der Gestaltung flexibler Arbeitszeitmodelle. Der Leitfaden hilft, die wichtigsten Punkte und Fragestellungen zum Thema "Flexible Arbeitszeit" zu verfolgen.
Checkliste: Leitfragen zur Entwicklung von flexiblen Arbeitszeitmodellen (pdf)
Die Checkliste/Handlungsanleitung thematisiert die wichtigsten Punkte zum Thema "Familienfreundliche Personalpolitik". Erörtert werden unter anderem Fragen wie:
- Welche Möglichkeiten gibt es in Ihrem Unternehmen, familienbezogene Wünsche und Interessen der Beschäftigten aufzunehmen?
- Welche Verfahren und Möglichkeiten können eingerichtet werden, um für jeden Einzelfall Interessen des Unternehmens und der Beschäftigten miteinander zu vermitteln?
- Welche Angebote familienbezogener Dienstleistungen kann das Unternehmen seinen Beschäftigten machen?
- Wie kann das Unternehmen familienbezogene Versorgungsverpflichtungen unterstützen?
Checkliste / Handlungsanleitung familienfreundliche Personalpolitik (pdf)
Hans-Böckler-Stiftung:
Gewerkschaften:
Andere: