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CSR-Konzepte
London Benchmarking Group
Die London Benchmarking Group (LBG) entstand auf Initiative von britischen und amerikanischen Großunternehmen. Sie erfasst und bewertet das soziale Engagement von Unternehmen.

Herkunft
Die LBG wurde 1994 von sechs britischen Großunternehmen gegründet. Inzwischen haben sich zwölf weitere, darunter auch amerikanische Unternehmen, angeschlossen. Die Initiative entstand vor dem Hintergrund einer zunehmenden Erwartungshaltung in der britischen Öffentlichkeit gegenüber der Wirtschaft, mehr soziales Engagement zu übernehmen.

Der Initiative liegen mehrere Motivationen zugrunde: einerseits die moralische Verpflichtung, soziale Erwartungen zu erfüllen und andererseits die Kalkulation, dass Unternehmen ein langfristiges Interesse an einem prosperierenden sozialen Umfeld haben. Darüber hinaus hatten die beteiligten Unternehmen die Erfahrung gemacht, dass soziale Projekte (Community involvement), die Mitarbeiter, Kunden und Zulieferer einbeziehen, direkte ökonomische Vorteile haben können: die Motivation der Mitarbeiter erhöhte sich genauso wie die Kundenloyalität. Auch von einer Imageverbesserung können die Unternehmen profitieren.

Zielsetzung
Die LBG will das soziale Engagement in der Region über einen Benchmarking-Prozess messbar und bewertbar machen. Bisher gibt es keine Methode, mit der ein Unternehmen beziffern könnte, was es außer Arbeitsplätzen, Steuern und Spenden als öffentliches Gut für die Region produziert und welche Effekte dadurch entstehen. Durch das Bewertungsmodell der LBG soll das Engagement in der Region sowohl für die Unternehmen selbst nach innen als auch für die Öffentlichkeit besser dargestellt werden. Deutlich gemacht werden soll vor allem, welcher Nutzen sich aus den freiwilligen Leistungen für die Region und für das Unternehmen ergibt.

Das LBG-Modell soll zu einer Art Bilanzierungsstandard für soziales Unternehmensengagement ausgebaut werden, der die Erfassung und Berichterstattung verbindlich regelt. Parallel dazu transportieren Beratungsinstitute das LBG-Modell bereits heute in andere Unternehmen. Im Endeffekt sollen dadurch Qualität und Effektivität des sozialen Engagements verbessert werden.

Beschreibung
Das LBG-Modell unterteilt das freiwillige soziale Engagement des Unternehmens in drei Bestandteile:

  • Kommerzielle Initiativen in der Region durch Markenpflege und Partnerschaften mit lokalen Wohltätigkeitsorganisationen
  • Investitionen in die örtliche Gemeinschaft als ein langfristiges strategisches Engagement für eine begrenzte Zahl sozialer Probleme und Projekte
  • Wohltätige Geschenke entsprechend den Bedürfnissen und Anfragen von lokalen Gemeinschaften und Wohltätigkeitsorganisationen

Die LBG stellt ein einfaches Input-Output-Modell zur Verfügung, mit dem beziffert werden kann, welche Kosten das Unternehmen bei einzelnen Aktivitäten hatte. Aufgeführt werden dabei Geld, Arbeitszeit und Unternehmensressourcen wie Ausrüstung und Gebäude. Darauf aufbauend wird berechnet, welche Folgen dies hatte für die:

  • Hebelwirkung (meist zusätzliche öffentliche Quellen)
  • Vorteile für die Region
  • Vorteile für das Unternehmen

Bewertung
Die LBG scheint insofern fortgeschritten, als bereits ein Bewertungsmodell für soziale Unternehmensaktivitäten existiert. Allerdings ist der LBG-Ansatz relativ eng gefasst.

Die Beschäftigtenorientierung spielt beim LBG-Ansatz nur eine untergeordnete Rolle. Die Beschäftigten kommen vor allen Dingen als diejenigen ins Spiel, die an Unternehmensinitiativen zur Verbesserung des lokalen und regionalen Umfelds konkret mitwirken.

Grundsätzlich ist es zu begrüßen, wenn Unternehmen das soziale Engagement ihrer Mitarbeiter fördern. Die sozialen Aktivitäten zielen darauf ab, dass sich die Mitarbeiter in der Folge stärker mit ihrem Unternehmen identifizieren und damit produktiver sind. Von der dabei gewonnen Sozialkompetenz profitieren in jedem Fall beide Seiten.

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