Hans Böckler Stiftung
WSI-Tarifarchiv
Über uns
Wer verdient was?
Pressemeldungen
Veröffentlichungen
Tarifrunde 2010
Abgeschlossene Tarifrunden
Tarifdaten
Tarifsystem
Europäische Tarifpolitik
Glossar
English
Links


Profisuche | Sitemap


Kontakt
Newsletter | RSS
Druckansicht
Bestellliste ansehen
21.10.2009
Analyse des WSI-Tarifarchivs
Gesetzliche Grenze für sittenwidrige Löhne schafft keinen angemessenen Mindestlohn
In den Koalitionsverhandlungen der schwarz-gelben Koalition werden zurzeit Überlegungen für die gesetzliche Festlegung einer Grenze für sittenwidrige Löhne angestellt. Danach sollen möglicherweise alle Löhne, die ein Drittel unterhalb des branchenspezifischen Durchschnitts liegen, als sittenwidrig erklärt werden. Dies ist die bisherige Entscheidungspraxis der Arbeitsgerichte, wenn eine Klage erhoben wird. Nach Berechnungen des Tarifarchivs des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung wären danach aber in einer Reihe von Branchen Löhne im Bereich zwischen zwei und sechs Euro nicht sittenwidrig.

Legt man die Grenze von 33,3 Prozent Abweichung nach unten zugrunde, begänne die Sittenwidrigkeit bezogen auf die untersten Tarifvergütungen beispielsweise im sächsischen Friseurhandwerk erst unterhalb von 2,04 Euro Stundenlohn. Im Berliner Bewachungsgewerbe läge die 33,3-Prozent-Grenze bei 3,66 Euro, in der Steine-Erden-Industrie in Thüringen unterhalb von 4,55 Euro, in der westdeutschen Systemgastronomie bei 4,80 Euro und im nordrhein-westfälischen Einzelhandel bei 5,15 Euro

"Eine solche Grenze wäre absolut unzureichend", sagt Dr. Reinhard Bispinck, Leiter des WSI-Tarifarchivs. "Zur Bekämpfung von sittenwidrigen Löhnen und zur Begrenzung des Niedriglohnsektors insgesamt ist ein verbindlicher Mindestlohn erforderlich, der bei Vollzeiterwerbstätigkeit eine eigenständige Existenzsicherung ermöglicht", so der Tarifexperte. Das sei mit Löhnen von zwei bis sechs Euro nicht möglich. Ein Blick auf die westeuropäischen Nachbarländer zeige, dass dort die gesetzlichen Mindestlöhne zurzeit zwischen acht und neun Euro pro Stunde liegen.

Weitere Informationen

Kontakt:

Dr. Reinhard-Bispinck@boeckler.de   Persönliches Fenster

Rainer-Jung@boeckler.de   Persönliches Fenster





 

WSI-Tarifarchiv twittert
 
Zum WSI-Tarifarchiv auf Twitter
 
Zum WSI-Tarifarchiv auf Facebook
www.lohnspiegel.de
 
Projekt Lohnspiegel: Mitmachen - Weitersagen!
Tarifhandbuch 2010
 
Das Tarifhandbuch 2010 informiert umfassend und aktuell über das Tarifgeschehen.
Extra
 
Tarifverträge, die Geschichte machten...
Brutto-Netto-Rechner
Was bleibt nach Abzug von Steuern und Abgaben?
Direkteinstieg
Daten, Fakten, Argumente
Streit um den Flächentarifvertrag
Niedriglöhne? Mindestlöhne!
Das Tarif-ABC
10 Klicks für Einsteiger
Datenbank Tarifabschlüsse
30 Branchen, alle Abschlüsse seit 1994. Mit Löhnen und Gehältern, Sonderzahlungen, Arbeitszeiten und anderen Regelungen.
www.tarifvertrag.de
Sie erreichen das Tarifarchiv auch über den Direkteinstieg: www.tarifvertrag.de