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15.11.2012

Risiko bei knapp 60 Prozent

IMK-Indikator: Rezession immer wahrscheinlicher

Die Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Wirtschaft in nächster Zeit in eine Rezession gerät, ist im vergangenen Monat rapide angestiegen – zum dritten Mal in Folge. Das signalisiert der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung. Erstmals in diesem Jahr kommt die vom Indikator ausgewiesene Rezessionsgefahr dem „roten Bereich“ des Instruments nahe, der bei einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent beginnt.

Die aktuelle Vorhersage beruht auf dem Datenstand von Anfang November. Für den laufenden Monat weist der Indikator einen markanten Anstieg der Rezessionswahrscheinlichkeit von 43,3 auf 57,4 Prozent aus. Bei der Zwei-Monats-Prognose für Dezember hat sich das Rezessionsrisiko sogar fast verdoppelt: von 29,7 auf 57,1 Prozent. Noch etwas höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Januar 2013 Teil einer Rezessionsphase ist: 58,6 Prozent. Damit liegen alle drei Monate nach dem Ampel-System des Indikators im oberen Bereich der gelben Klasse (Unsicherheit). „Das sind Werte, bei denen zumindest für die Industrie eine akute Rezessionswarnung immer näher rückt“, sagt IMK-Konjunkturexperte Peter Hohlfeld. Die Wissenschaftler nutzen die Industrieproduktion als Referenzwert, weil diese rascher auf Nachfrageeinbrüche reagiert als das Bruttoinlandsprodukt.

Der jüngste starke Anstieg des Rezessionsrisikos geht nach der Analyse des IMK maßgeblich auf die negative Entwicklung von realwirtschaftlichen Faktoren zurück: So sind die Auftragseingänge aus dem In- und aus dem Ausland abermals verstärkt rückläufig. Hinzu kommt der Rückgang der offenen Stellen seit Jahresbeginn. Aber auch die Stimmungsindikatoren haben sich weiter verschlechtert. So sinkt der ifo-Geschäftsklimaindex seit dem Frühjahr kontinuierlich. Schließlich kommt in diesem Monat auch von den Finanzmarktindikatoren erstmals ein signifikanter Erklärungsbeitrag zum Anstieg der Rezessionswahrscheinlichkeit. Maßgeblich für diese Entwicklung ist die Krise im Euroraum, die die Exportchancen der deutschen Industrie zunehmend belastet.

Der IMK Konjunkturindikator wird monatlich aktualisiert.

Weitere Informationen:

Zum Konjunkturindikator

Kontakt:

Peter Hohlfeld
IMK

Dr. Sabine Stephan
IMK

Rainer Jung
Leiter der Pressestelle

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Das IMK in den Medien

Das IMK möchte mit seinen Erkenntnissen und Positionen nicht nur die Fachwelt erreichen. In seiner Pressearbeit wendet es sich an eine breite Öffentlichkeit. Dies geschieht im Rahmen von Gastbeiträgen, Interviews und Streitgesprächen in den Medien. Hier eine Auswahl.


 

Steigende Reallöhne: Aufschwung soll bei Arbeitnehmern ankommen

Deutschlands Wirtschaft wächst. Laut dem gewerkschaftsnahen IMK-Institut schlägt sich die positive Entwicklung zunehmend in steigenden Löhnen nieder. Das liege auch am Mindestlohn. "Erstmals seit längerer Zeit hat Deutschland gute Aussichten auf einen balancierten Aufschwung, von dem breite Schichten der Bevölkerung profitieren", sagte IMK-Direktor Gustav Horn. Artikel auf Spiegel online vom 03.04.2014.


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Mehr Investitionen für Europa

Brauchen wir mehr Investitionen in Europa? Wie sollen die finanziert werden? Ist mehr parlamentarische Kontrolle über die Troika notwendig? Die diesjährige Fachtagung des IMK in der Hans-Böckler-Stiftung stand unter dem Motto „Staatsfinanzen im künftigen Europa“. Europa steckt in der Krise. Vor allem der geforderte Spardruck zur Haushaltssanierung sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Ist die Austeritätspolitik der richtige Weg, um die Staatshaushalte der krisengebeutelten Länder zu sanieren? Artikel bei vorwaerts.de vom 28.03.2014.


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Die Alternative zu Margret Thatcher

TINA hat mehr als 30 Jahre lang die Wirtschaftswelt beherrscht. „There Is No Alternative“ - mit der Behauptung, es gebe zu ihrer Politik keine Alternative, läutete die konservative britische Premierministerin Margret Thatcher in den frühen 80er Jahren den Siegeszug neoliberaler Wirtschaftspolitik ein. Und obwohl der Ausbruch der Finanz- und Weltwirtschaftskrise 2008 als Beleg dafür begriffen werden kann, dass ungezügelte Märkte nicht naturgesetzlich den Wohlstand der Völker mehren, prägen Deregulierung und Privatisierung noch immer das wirtschaftspolitische Denken. Artikel in der Berliner Zeitung vom 27.03.2014.


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Vorträge

Aktuelle Vorträge des IMK zu wirtschaftspolitischen Themen