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WSI-Mitteilungen 03/2009
Jens Becker, Roland Bieräugel, Oliver Nüchter, Alfons Schmidt
Einstellungen zum Reichtum in Deutschland
Reichtum rückt zunehmend in den Blick der gesellschaftlichen Debatte. Dabei interessieren neben den objektiven Verteilungsdaten vermehrt auch die in der Bevölkerung vorhandenen Definitionen und Bewertungen von Reichtum. Der Beitrag, der sich auf Daten einer repräsentativen Befragung von 5.000 Menschen in Ost- und Westdeutschland stützt, liefert hierzu einen ersten Einblick. Die Ergebnisse zeigen, dass die Menschen Reichtum differenziert wahrnehmen und bewerten. Zwar geht ein großer Teil der Bevölkerung davon aus, dass man nur reich werden kann, wenn man entweder über günstige soziale Ausgangsbedingungen verfügt oder Teil eines privilegierten Beziehungsnetzes ist. Das Vorhandensein von Reichtum erscheint jedoch nicht per se als kritikwürdig; auch werden die mit dem Reichtum verbundenen höheren Konsum- und Absicherungschancen nicht infrage gestellt. Als problematisch werden jedoch Reichtumseffekte betrachtet, die dem demokratischen Gleichheitsideal entgegenstehen. Dieses zeigt, dass Reichtum als soziales Phänomen auf unterschiedliche Weise das Selbstverständnis unserer Gesellschaft berührt und Fragen nach den Möglichkeiten und Grenzen von sozialer Ungleichheit in Deutschland aufwirft.



 

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