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WSI-Mitteilungen 01/2010
Roland Bieräugel, Oliver Nüchter, Alfons Schmid
Einstellungen der Bevölkerung zu Mindestlöhnen in Deutschland
Die politische Öffentlichkeit diskutiert kontrovers über den Mindestlohn, während die Sichtweise der Bevölkerung bisher kaum erforscht ist. Die Demoskopie belegt zwar eine mehrheitliche Zustimmung, kann allerdings die zugrunde liegenden Faktoren nicht erklären. Der Beitrag beleuchtet die Wahrnehmungen und Beurteilungen der Bevölkerung zur Einführung eines Mindestlohns. Wie verteilt sich Zustimmung und Ablehnung in der Bevölkerung? Wie hoch sollte der Mindestlohn sein? Warum werden Mindestlöhne abgelehnt? Wie werden die Wirkungen von Mindestlöhnen beurteilt? Die Einstellungen unterscheiden sich entlang sozialstruktureller und soziodemografischer Merkmale. Unsere Ergebnisse geben Hinweise darauf, dass von dem um subjektive Faktoren wie die Zufriedenheit erweiterten, ökonomischen Rationalmodell insgesamt die größte Erklärungskraft ausgeht. Einkommenslage, Erwerbsstatus sowie subjektive Zufriedenheit mit dem eigenen Leben zeigen die stärksten bivariaten Zusammenhänge mit Haltungen zum Mindestlohn. Zudem scheinen Gerechtigkeitsvorstellungen des Individuums bei der Einschätzung von Regelungen, die in die sozialen Verteilungsverhältnisse eingreifen, ein wesentlicher Bezugspunkt der Urteilenden zu sein.



 

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