Pflegesensible Arbeitszeiten

Forschungsschwerpunkt: Erwerbsarbeit im Wandel

Status: abgeschlossen

Projektende: 31.05.2012

Projektnummer: 2009-263-3

Projekttitel: Pflegesensible Arbeitszeiten

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Projektziel:

Die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege wird zu einer immer größeren gesellschaftlichen Herausforderung. Lösungen sind wesentlich von den betrieblichen Rahmenbedingungen abhängig. Das Projekt fragt daher nach pflegesensiblen Arbeitszeiten, die die beruflichen und lebensweltlichen Interessen pflegender Beschäftigter mit den Bedarfen ihrer pflegebedürftiger Angehörigen in Einklang bringen können.

 

Veröffentlichungen:


Menke, Katrin / Pfahl, Svenja / Reuyß, Stefan / Rinderspacher, Jürgen
Pflegesensible Arbeitszeiten
Perspektiven der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege. Reihe: Forschung aus der Hans-Böckler-Stiftung, Arbeit, Beschäftigung, Bildung, Bd. 145.
Berlin:  edition sigma  2012, ISBN: 978-3-8360-8745-2. 294 Seiten


Reuyß, Stefan / Pfahl, Svenja / Rinderspacher, Jürgen P. / Menke, Katrin
Pflegesensible Arbeitszeiten - Arbeitszeitrealitäten und -Bedarfe von pflegenden Beschäftigten
Zentrale Ergebnisse im Überblick. Düsseldorf:  2014, 47 Seiten


Menke, Katrin; Pfahl, Svenja; Weeber, Sonja: Pflegesensible Arbeitszeiten - wichtig für eine vereinbarkeitsorientierte Personalpolitik.- In: Gute Arbeit; 9/2012.- S. 12-15

 

Weitere Informationen:

Frau geht vor: Arbeitszeit aus gleichstellungspolitischer Sicht:
Wunsch und Realität klaffen weit auseinander.- Berlin: DGB Bundesvorstand, September 2012.- 27 S. (Info-Brief; N°3)

Pfahl, Svenja; Reuyß, Stefan: Pflegesensible Arbeitszeiten -
zwingende Voraussetzung für eine Gleichzeitigkeit von Pflegeverantwortung und Berufstätigkeit.- In: Archiv für Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit, 3/2012: Häusliche Pflege: Arrangements und innovative Ansätze.- 13 S.

Pflege und Job - mehr Unterstützung nötig.- In: Böcklerimpuls; 17/2012.- S. 7

 

Projektbeschreibung:

1. Kontext

In Deutschland leben derzeit mehr als 2,3 Mio. Pflegebedürftige; hinzu kommen ca. 3 Mio. Menschen ohne Pflegestufe, die aber regelmäßig der Unterstützung von Dritten benötigen. Rund 2/3 von ihnen werden in der privaten Häuslichkeit versorgt. Prognosen gehen davon aus, dass sich bis 2050 die Zahl der Pflegebedürftigen verdoppelt. Politisch wie ökonomisch wird der privaten Pflege der Vorrang eingeräumt und auch die meisten Pflegebedürftigen ziehen die Versorgung in der eigenen Häuslichkeit der stationären Pflege vor. Das bedeutet: immer mehr Berufstätige stehen vor der Herausforderung ihren Beruf mit der Pflege nahestehender Angehöriger oder Freunde in Einklang zu bringen. Die Bereitschaft zur Übernahme sowie das Ausmaß solch privater Pflegeaufgaben hängten stark davon ab, ob die arbeitsweltlichen Rahmenbedingungen und insbesondere die Arbeitszeiten eine Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ermöglichen.


2. Fragestellung

Aus der oben dargestellten Problembeschreibung ergeben sich zwei forschungsleitende Fragestellungen für das Projekt:

1. Welche Wechselbeziehungen bestehen zwischen Art und Umfang der Pflegetätigkeit und den jeweiligen realen (und gewünschten) Arbeitszeiten von abhängig Beschäftigten, die als Haupt- oder Nebenpflegepersonen häusliche Pflegeaufgaben übernehmen?

2. Wie müssten pflegesensible, betriebliche Arbeitszeiten aussehen? Welche Hinweise / Grundlagen lassen sich für ein Konzept "pflegesensibler Arbeitszeiten" benennen?


3. Untersuchungsmethoden

Im Fokus der qualitativen Studie "Pflegesensible Arbeitszeiten" stehen 90 qualitative leitfadengestützte Interviews mit abhängig Beschäftigten, die gleichzeitig im familiären Umfeld Pflegeaufgaben übernommen haben. Diese wurden im Rahmen von 1 bis 2 Stunden andauernden Gesprächen zu ihren Zeiten in Beruf und Pflege, zu ihren Erfahrungen im Umgang mit privater Pflegearbeit, sowie zu Problemen in der bzw. Wünschen an die Arbeitswelt befragt.

Ergänzend zu den Beschäftigteninterviews wurden 17 Experteninterviews mit inner- und außerbetrieblichen Akteuren geführt, die in Leitfaden-Interviews zur Gestaltbarkeit pflegesensibler Arbeitszeiten und der Entwicklung einer pflegesensiblen Betriebskultur befragt. Die Gesprächspartner aus dem betrieblichen Kontext kamen entweder aus Betriebsräten, dem Personalbereich oder den Geschäftsführungen.


4. Darstellung der Ergebnisse

- Es hat sich gezeigt, dass die Arbeitszeiten einen wesentlchen Einfluss auf die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege haben.

- Deutlich wurde aber auch, dass zu einem Konzept "Pflegesensible Arbeitszeiten" ein komplexes Bündel unterschiedlicher Maßnahmen im betrieblichen Umfeld gehört. Es besteht aus drei gleichwertigen Eckpunkten, die zusammen wirken. Dies sind die Ausgestaltung der Arbeitszeiten im engeren Sinne, die Arbeitsorganisation innerhalb der Unternehmen sowie die Betriebskultur, also das soziale Miteinander innerhalb der Unternehmen.

- Hinter jedem der drei Eckpunkte stehen eine Vielzahl einzelner Handlungsfelder und ganz konkreter Gestaltungsmaßnahmen. Sie bilden ein Portfolio an Handlungsmöglichkeiten für die betrieblich verantwortlichen Akteure.


 

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Dr. Jürgen P. Rinderspacher
Westfälische Wilhelms-Universität Münster Institut für Ethik und angrenzende Sozialwiss.
E-Mail: juergen.rinderspacher(at)uni-muenster.de


Bearbeiter/in:

Svenja Pfahl
SowiTra - Institut für sozialwissenschaftlichen Transfer
E-Mail: svenja.pfahl(at)sowitra.de

Stefan Reuyß
SowiTra - Institut für sozialwissenschaftlichen Transfer
E-Mail: stefan.reuyss(at)sowitra.de

Katrin Menke
SowiTra - Institut für sozialwissenschaftlichen Transfer
E-Mail: katrin.menke(at)sowitra.de

 

Kontakt:

Dr. Yvonne Lott
Hans-Böckler-Stiftung Abt. Forschungsförderung
E-Mail: Yvonne-Lott(at)boeckler.de

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