Das neue Elterngeld

Forschungsschwerpunkt: Erwerbsarbeit im Wandel

Status: abgeschlossen

Projektende: 31.07.2009

Projektnummer: 2008-128-3

Projekttitel: Das neue Elterngeld

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Projektziel:

Mit der Untersuchung "Das neue Elterngeld" wurden die Erfahrungen, die Väter bei der Inanspruchnahme der Elterngeldmonate unter den seit Beginn 2007 geltenden Bedingungen in den ersten zwei Jahren nach Inkrafttreten der Neuregelung gemacht haben, beschrieben. Erfasst werden sollten, neben den Nutzungsinteressen der Väter, vor allem die fördernden und hemmenden Rahmenbedingungen.

 

Veröffentlichungen:

Pfahl, Svenja und Stefan Reuyß, 2009. Das neue Elterngeld. Erfahrungen und betriebliche Nutzungsbedingungen von Vätern - eine explorative Studie. Erfahrungen und betriebliche Nutzungsbedingungen von Vätern - eine explorative Studie, , 12 Seiten.

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Projektbeschreibung:

1. Kontext

Das Anfang 2007 eingeführte Elterngeld zielt auf eine verbesserte gleichstellungsorientierte Vereinbarkeit von Familie und Beruf für beide Geschlechter ab. Die von der Bundesregierung beabsichtigte stärkere Einbeziehung von Vätern in die Familienarbeit stellt für viele Betriebe eine echte Herausforderung dar, weil Betriebskultur, Arbeitsorganisation und Personalpolitik oftmals nicht auf solche Anforderungen eingestellt sind. Andere Unternehmen dagegen setzen die neue Regelung auch für Väter recht erfolgreich um.

Im Fokus des Forschungsvorhabens standen zwei Schwerpunkte:

a) die in den Betrieben gemachten Erfahrungen der Väter bei Inanspruchnahme der Elternfreistellung und beim beruflichen Wiedereinstieg nach dieser Zeit und

b) die gemeinsame Nutzungspraxis von Elternpaaren sowie die Entscheidungshintergründe der Väter.

Die Studie vertiefte mit ihren Ergebnissen die Elterngeldevaluation des BMFSFJ und erweiterte diese um betriebsbezogene Aspekte.


2. Fragestellung

Ausgehend vom Forschungsinteresse gab es sechs leitende Forschungsfragen:

a. Wie ist das Interesse bei Vätern und Müttern an der neuen gesetzlichen Regelung insgesamt?

b. Welche Väter aus welchen Betrieben/Betriebsteilen (oder: Branchen) und mit welchen Partnerinnen machen von der bezahlten Elternfreistellung Gebrauch?

c. Welche Veränderungen ergeben sich aus der neuen Elterngeldregelung für die Nutzung der bezahlten wie der unbezahlten Elternfreistellung durch bzw. für Mütter?

d. Welche Reaktionen zeigen sich in den Betrieben gegenüber einer Inanspruchnahme des neuen Elterngeldes durch Väter? Wie verhalten sich die betrieblichen Akteure hinsichtlich der zwei "Partnermonate", wie im Hinblick auf eine längere Nutzung durch Väter?

e. Welche betrieblichen Rahmenbedingungen unterstützen oder hemmen eine Inanspruchnahme durch Väter?

f. Welche Möglichkeiten einer Kombination von Elterngeldnutzung und (paralleler oder anschließender) Teilzeitarbeit bestehen für Väter und Mütter?


3. Untersuchungsmethoden

Qualitative Interviews mit Vätern geben Auskunft darüber, welche Erfahrungen männliche Nutzer bei Inanspruchnahme der neuen Elternzeit gemacht haben. Es ging in den Interviews um die konkreten Hintergründe, warum sie beispielsweise welche Form der Freistellung gewählt haben, welche beruflichen Konsequenzen ihre Entscheidung nach sich zog und wie der berufliche Wiedereinstieg gelang. Diese Erkenntnisse wurden durch eine quantitative Onlinebefragung männlicher Nutzer angereichert, und mittels qualitativer Expert/inneninterviews mit betrieblichen Akteuren konnten verbesserte Einsichten über Probleme und gute Praxen im Umgang mit den neuen Regelungen in der Arbeitswelt gewonnen werden.

Der explorative Charakter der Studie zielte vornehmlich darauf ab, arbeitsweltliche Problemfelder zu identifizieren, diese für weitere Studien handhabbar zu machen sowie erste Handlungsempfehlungen zu entwickeln.


4. Darstellung der Ergebnisse

- Die Elterngeldregelung wirkt als "Türöffner" für eine familienorientierte Arbeits(zeit)gestaltung.

- Väter nutzen die Regelung in vielfältiger Art und Weise, je nach individuellen, partnerschaftlichen und betrieblichen Anforderungen.

- Es zeigt sich sehr deutlich, dass gesetzliche Änderungen umfassende gleichstellungsorientierte Reaktionen in der Arbeitswelt haben können.

- Viele Väter nutzen die Elterngeldzeit in Teilzeit (24 %) und weitere Väter würden dies gern tun. Diese Väter fordern die bestehende Betriebskultur am stärksten heraus.

- Als wesentlicher Erfolgsfaktor erweisen sich die Rahmenbedingungen und Reaktionen am Arbeitsplatz; eine besondere Rolle kommt dabei den Führungskräften zu.

- Väter entwickeln neue Ansprüche und Forderungen gegenüber ihren Betrieben, mit teilweise überraschendem Erfolg, von dem dann auch die Frauen im Betrieb profitieren und sie tragen ihre Ansprüche über die Elterngeldmonate hinaus.

- Betriebliche Interessenvertreter/innen aber auch die Gleichstellungs- und Frauenbeauftragten treten bei der Realisierung der Elterngeldzeit durch Väter bisher noch selten in Erscheinung.


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