Vermögens- und Einkommensverteilung in Deutschland

Forschungsschwerpunkt: Zukunft des Wohlfahrtstaats

Status: abgeschlossen

Projektende: 01.12.2009

Projektnummer: 2006-835-4

Projekttitel: Vermögens- und Einkommensverteilung in Deutschland

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Projektziel:

Ziel dieses Forschungsprojektes ist die Erstellung und Analyse einer konsistenten Geld- und Realvermögensverteilungsrechnung für Personen und Haushalte in Deutschland für die Jahre 2002 und 2007 unter Berücksichtigung der intrapartnerschaftlichen Vermögensverteilung.

 

Veröffentlichungen:


Frick, Joachim R. / Grabka, Markus M. / Hauser, Richard
Die Verteilung der Vermögen in Deutschland
Empirische Analysen für Personen und Haushalte. Reihe: Forschung aus der Hans-Böckler-Stiftung, Transformationen im Wohlfahrtsstaat, Bd. 118.
Berlin:  edition sigma  2010, ISBN: 978-3-8360-8718-6. 237 Seiten


Frick, Joachim R.; Grabka, Markus M.; Marcus, Jan: Editing and Multiple Imputation of Item-Non-Response in the 2002 Wealth Module of the German Socio-Economic Panel (SOEP) / DIW Berlin (Hrsg.).- Berlin, 2007.- 59 S.- (Data Documentation; 18)


Zur Erfassung von Einkommen und Vermögen in Haushaltssurveys: Hocheinkommensstichprobe und Vermögensbilanz im SOEP / Joachim R. Frick u.a.; DIW Berlin (Hrsg.).- Berlin, April 2007.- 17 S.- (Data Documentation; 19)


Frick, Joachim R.; Grabka, Markus M., Sierminska, Eva M.: Representative wealth data for Germany from the German SOEP: The impact of methodological decisions around imputation and the choice of the aggregation unit. - Berlin, February 2007.- 34 S.


Grabka, Markus M.; Frick, Joachim, R.: Geld- und Realvermögensverteilung in Deutschland.- In: DIW Wochenbericht; Nr. 45/2007 / Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (Hrsg.).- Berlin, November 2007.- S. 665 - 672

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Grabka, Markus M., Frick, Joachim R.: Schrumpfende Mittelschicht: Anzeichen einer dauerhaften Polarisierung der verfügbaren Einkommen? In: DIW Wochenbericht; 10/2008.- S. 101 - 108

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Rentenansprüche dämpfen Ungleichheit.- In: Böcklerimpuls; 1/2010.- S. 4-5

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Frick, Joachim R.; Grabka, Markus: Alterssicherungsvermögen dämpft Ungleichheit - aber große Vermögenskonzentration bleibt bestehen.- In: Wochenbericht des DIW Berlin; Nr. 3/2010 vom 18. Januar 2010.- S. 3-12

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Weitere Informationen:

Zwischenergebnis
(Data Documentation; 19)

 

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Für Deutschland liegt seit Mitte der 1980er Jahre keine vollständige und konsistente Vermögensrechnung auf der Haushaltsebene mehr vor. Zum einen wird seit 1983 in der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) das (schwer erfassbare) Betriebsvermögen nicht mehr erhoben. Zweitens ist die Aussagekraft der Ergebnisse zur Einkommens- und Vermögensverteilung auf Basis der EVS durch eine Abschneidegrenze am oberen Einkommensrand eingeschränkt. Aufgrund des positiven Zusammenhangs zwischen Einkommen und Vermögen ist von einer bedeutenden Verzerrung der Vermögensverteilung durch Verwendung dieser Abschneidegrenze auszugehen.

Mit Hilfe der Daten des Sozio-ökonomischen Panel (SOEP) soll eine konsistente Vermögensrechnung für die Jahre 2002 und 2007 erstellt werden. Dabei wird insbesondere dem Aspekt des Item-Non-Response und Imputation von Vermögensfragen des SOEP besondere Aufmerksamkeit gewidmet.


2. Fragestellung

Die inhaltlichen Ziele des Projektes sind:

- die Erstellung einer detaillierten und konsistenten Vermögensrechnung auf der Ebene privater Haushalte in Deutschland für das Jahr 2002 und 2007;

- die für Deutschland erstmalige Erstellung einer personenbezogenen und intrapartnerschaftlichen Vermögensverteilungsrechnung, um geschlechtsspezifische Vermögensunterschiede darzustellen;

- eine explorative Analyse der Beziehung von Einkommen und Vermögen, insbesondere die Untersuchung der Einkommens- und Vermögenssituation einkommensstarker Haushalte;

- eine explorative Längsschnittanalyse der Vermögensentwicklung.

Darüber hinaus verfolgt das Projekt auch zwei methodische Ziele:

1. die Konzeption und Umsetzung der multiplen Imputation fehlender Angaben bei Vermögensfragen im SOEP und

2. die Erstellung eines Scientific Use File der nutzerfreundlich aufbereiteten Vermögensinformationen des SOEP für weitergehende (Re-) Analysen, die auch in die Luxembourg Wealth Study (LWS) einfließen.


3. Untersuchungsmethoden

Die deskriptiven und multivariaten Analysen wurden auf Basis der Mikrodaten des SOEP durchgeführt. Im Rahmen der Verteilungsanalysen wurde auf bewährte Indikatoren der Einkommensverteilungsforschung zurückgegriffen: Neben dem Gini-Koeffizienten, der für Veränderungen im mittleren Bereich sensitiv ist, kamen für die im allgemeinen ungleichere Vermögensverteilung auch sogenannte "bottom" (MLD-Koeffizient) bzw. "top"-sensitive (SCV) Konzentrationsmaße zur Anwendung. Die Untersuchung des Zusammenhangs von Einkommensmobilität und Vermögensbestand wurde mit Hilfe von in der Mobilitätsforschung eingeführten Standardindikatoren (vgl. Fields / Ok 1996, 1999; Shorrocks 1978) analysiert.

Zum besseren Verständnis des Einflusses verschiedener Vermögenskomponenten auf die Ungleichheit sowie zur Illustration von Vermögensunterschieden zwischen Subpopulationen wurden auch Methoden zur Dekomposition eingesetzt (vgl. z.B. Jenkins 1995; Shorrocks 1984, Frick et al. 2005).


4. Darstellung der Ergebnisse

- Die Vermögensdaten im SOEP der Erhebungsjahre 2002 und 2007 wurden umfassend aufbereitet, d.h. insbesondere fehlende Antwortangaben wurden vollständig imputiert. Die in der ersten Projektphase entwickelte Querschnittsimputation wurde revidiert und erweitert um eine längsschnittbasierte, iterative und multiple Imputation.

- Inhaltliche Analysen zur Vermögensverteilung belegen eine größere Ungleichheit als bei den verfügbaren Einkommen. Rund 60% des gesamten Vermögens werden von den reichsten 10% der Bevölkerung gehalten. Bei Kontrolle sozialstruktureller Merkmale fallen geschlechtsspezifische Unterschiede sowohl bezüglich der Höhe als auch der Vermögenskomposition auf; besonders ausgeprägt sind diese bei Verheirateten.

- Dekompositionsanalysen belegen, dass dieses "gender wealth gap" vorrangig auf Unterschiede in den Charakteristika (z.B. Arbeitsmarktbeteiligung) zurückzuführen sind. Die Erweiterung der bisherigen Vermögensanalysen um eine Approximation der fiktiven Sozialversicherungsvermögen wurde auf die Population der aktuellen Rentner ausgeweitet.

- Erste Analysen für die Population der aktuellen Rentner deuten auf eine nachhaltige Reduktion der Vermögensungleichheit hin.


 

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Dr. Joachim Frick
DIW Berlin Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V.
E-Mail: jfrick(at)diw.de

Dr. Markus Grabka
DIW Berlin Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V.
Sozio-oekonomisches Panel (SOEP)
E-Mail: mgrabka(at)diw.de

 

Kontakt:

Dr. Dorothea Voss
Hans-Böckler-Stiftung Abt. Forschungsförderung
Zukunft des Wohlfahrtsstaats
E-Mail: dorothea-voss(at)boeckler.de

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